Fasten fasten – auf die Idee muss man erst mal kommen! Die evangelikalen Verzichtsfreunde von idea haben bei protestantischem Spitzenpersonal nachgefragt, auf was man denn während der Fastenzeit zu verzichten gedenke. Alkohol, Süßigkeiten, CO2-Verbrauch – so weit, so konventionell. Der Präsident der Vereinigung Evangelischer Freikirchen dagegen schert aus der calvinistischen Überfülle an Verzicht aus: Fürs Fasten hat er in der Fastenzeit keine Zeit. Zu viele Termine.
Die katholischen Kollegen dagegen haben schon Tage und Wochen vor Aschermittwoch ihre diözesanen Gürtel enger geschnallt: Erst fastet Hamburg Schulen, kurz darauf erfährt man aus Eichstätt, dass man den biblischen Finanztipp mit der einen Hand, die nicht wissen soll, was die andere tut, zu gut umgesetzt hat. 50 Millionen sind auf verschlungenen Wegen aus der malerischen Altmühlstadt geflossen und in Texas versickert.
Das Heulen und Zähneknirschen darüber ist groß – nur in Rom gibt es wohl weniger Tränen: "Die von materiellen […] Lasten […] befreite Kirche kann sich besser und auf wahrhaft christliche Weise der ganzen Welt zuwenden, wirklich weltoffen sein", hat Papst Benedikt schon 2011 der Kirche in Deutschland ins Stammbuch geschrieben. Die Befreiung, die seine Worte nicht anzustoßen vermochten, haben zwei windige Finanzverwalter in Eichstätt quasi im Alleingang umgesetzt. Der Herr kann auch auf krummen Linien rote Zahlen schreiben.
Aber erstmal ist noch Karneval, bevor's ans Fasten geht. Das wäre auch eine einleuchtende Erklärung, wie es zur glühenden China-Begeisterung von Kurienbischof Marcelo Sánchez Sorondo kommt: Was irrtümlich als ernsthafter Beitrag vermeldet wurde, ist in Wahrheit eine Büttenrede. Der Kanzler der Päpstlichen Akademien der Wissenschaften nannte den Einparteienstaat das Land, in dem die katholische Soziallehre am besten umgesetzt werde – ui-uiui-uiui-uiui, au-auau-auau! Aber es wird noch besser: "Die Chinesen suchen das allgemeine Wohl, sie ordnen die Dinge der Wohlfahrt aller unter", sagt der lilagewandete Argentinier über Rotchina. Tusch! Darauf ein dreifach donnerndes: Todesstrafe – helau! Überwachungsstaat – helau! Staatliche Religionsbehörde – helau!
War sonst noch was? Ach ja, es scheint dann doch noch zu einer Regierung zu kommen. Inhaltlich hat der politische Katholizismus zum GroKo-Vertrag schon alles gesagt. Daher zum Schluss nur noch eine Stimme aus der Pastoral: "Schafzüchter begrüßen Wolfspolitik der Koalition." Dann kann's ja losgehen.
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"War's das?!" fragt katholisch.de in seinem satirischen Wochenrückblick. Im Wechsel lassen verschiedene Autoren freitags die zu Ende gehende Woche Revue passieren. Mit einem Augenzwinkern blicken sie auf Kurioses und Bemerkenswertes in der katholischen Welt zurück.
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