Kirchenoberhaupt ruft zu Nächstenliebe und Dialog auf

Papst und Kurie beginnen Fastenexerzitien

Aktualisiert am 18.02.2018  –  Lesedauer: 
Vatikan

Vatikanstadt ‐ Fünf Tage unter dem Motto "Lobrede auf den Durst": Papst Franziskus und Mitarbeiter der Kurie beginnen am Sonntagabend ihre Fastenexerzitien. Zuvor hatte der Papst noch eine Botschaft an die Gläubigen.

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Papst Franziskus und Mitarbeiter der Kurie beginnen am Sonntagabend die traditionellen Fastenexerzitien im südöstlich von Rom gelegenen Ariccia. Die bis Freitag dauernden Besinnungstage stehen unter dem Motto "Lobrede auf den Durst". Die Meditationen zu dem Thema hält der portugiesische Priester und Dichter Jose Tolentino de Mendonca. Er ist Vizedirektor der katholischen Universität von Lissabon und Mitglied des Päpstlichen Kulturrates. Zudem ist der Theologe als Dichter tätig; 2014 vertrat er sein Land offiziell bei dem von der Unesco veranstalteten Welttag der Poesie. In seinen Impulsen werde er über die verschiedenen Aspekte geistigen Durstes und der Sehnsucht sprechen, hieß es.

Während der fünftägigen Besinnungstage sind alle offiziellen Termine des Papstes ausgesetzt. Franziskus bat am Sonntag nach seinem Angelus-Gebet auf dem Petersplatz um Gebet für die Exerzitien. Auf dem Programm stehen nach der Ankunft eine kurze Einführung, Anbetung und ein Abendgebet (Vesper). Die folgenden Tage beginnen jeweils mit einer morgendlichen Messe sowie zwei Meditationsimpulsen – am Vormittag und am Nachmittag. Den Tag beschließen jeweils Vesper und Anbetung. Am Freitag gibt es nach dem Frühgottesdienst eine Meditationseinheit, dann geht es zurück in den Vatikan. Die Rückkehr ist für Freitagvormittag geplant.

Aufruf zu Nächstenliebe und Dialog

Beim Angelus-Gebet hatte der Papst die Gläubigen zu Nächstenliebe und Dialog aufgerufen. "Das Böse ist leider in uns und um uns herum am Werk, wo es Gewalt, Ablehnung anderer, Verschlossenheit, Kriege und Ungerechtigkeit gibt", sagte das Kirchenoberhaupt auf dem Petersplatz. Der Papst rief dazu auf, die 40-tägige katholische Fastenzeit vor Ostern zur Umkehr und zum Wandel zu nutzen. Es gelte, die Welt "in ein Reich von Gerechtigkeit, Frieden und Brüderlichkeit" zu verwandeln.

"In unserem Leben ist immer Bekehrung nötig und die Kirche lässt uns dafür beten", so der Papst. Er warnte vor "falschen Werten" und Egoismus. Nur Gott könne wahres Glück schenken - "es ist unnötig, unsere Zeit damit zu verschwenden, es anderswo zu suchen, in Reichtümern, Gelüsten, Macht, Karriere", erklärte Franziskus. (stz/KNA)

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Video: © katholisch.de

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