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Vatikan schaltet Diskussionsgruppen zur Jugendsynode frei

Jugendliche sollen Synode per Facebook vorbereiten

Erstmals gibt es zur Vorbereitung einer Bischofssynode ein Online-Beteiligungsverfahren: Jugendliche können über Facebook-Gruppen mitdiskutieren – Hunderte deutsche Jugendliche sind schon dabei.

Bonn - 19.02.2018

Der Vatikan beteiligt Jugendliche an der Vorbereitung vatikanischen Bischofssynode zum Thema Jugend über ein Online-Beteiligungsverfahren. "Ich wünsche mir sehr, dass alle jungen Leute Protagonisten dieser Vorbereitungen sein können", sagte Papst Franziskus nach dem Angelus-Gebet am Sonntag. Dazu hat der Vatikan einen Arbeitsplan und Diskussionsthemen veröffentlicht. Die Diskussionen werden anhand von 15 Schlagworten in Form von Hashtags strukturiert. Dazu gehören Themen wie "#WerBinIch", "#digitalesLeben", "#Jesus" und "#Entscheidungen".

Einbringen können sich die Jugendlichen über geschlossene Diskussionsgruppen, die auf der Facebook-Seite der Synode angeboten werden und an denen nur Jugendliche bis 29 teilnehmen dürfen. Insgesamt gibt es sechs nach Sprachen unterschiedene Gruppen, darunter eine deutschsprachige. Bisher haben sich mehr als 150 deutschsprachige Jugendliche angemeldet. Die stärkste Sprachgruppe ist die französische mit 550 Mitgliedern.

Die Beiträge der verschiedenen Sprachgruppen im Internet würden mit denen der Teilnehmer vor Ort im Vatikan zusammengeführt, so der Papst. Das internationale Bischofstreffen vom 3. bis 28. Oktober 2018 befasst sich mit dem Glauben und den Lebensentscheidungen junger Menschen. In Vorbereitung dazu veranstaltet der Vatikan vom 19. bis 24. März ein internationales Treffen im Vatikan, zu dem rund 300 Teilnehmer aus aller Welt erwartet werden.

Vorbereitungen für die Bischofssynode im Herbst

Papst Franziskus soll das Treffen eröffnen und dabei Fragen von Jugendlichen aus allen fünf Kontinenten beantworten. Das Abschlussdokument des Treffens im März soll dem Papst am Palmsonntag, dem diözesanen katholischen Weltjugendtag (25.3.), überreicht werden und in die Vorbereitungen der Synode im Oktober einfließen.

Im März werden junge Leute aus allen Kontinenten in Rom erwartet, sowohl Katholiken als auch Andersgläubige und Nicht-Gläubige. Neben den Jugendlichen, die aus unterschiedlichsten sozialen Umfeldern kommen sollen, sind laut den Organisatoren Seelsorger, Erzieher, Eltern und Experten geladen. Die deutschen Jugendlichen werden dabei durch den Vorsitzenden des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), Thomas Andonie, und die Schönstätterin Magdalena Hartmann vertreten.

Welche Bischöfe an der Synode im Herbst teilnehmen, steht noch nicht fest. Die Deutsche Bischofskonferenz wählt ihre Vertreter auf ihrer aktuellen Vollversammlung. Im Vorfeld hatte der BDKJ gefordert, abweichend von der üblichen Synodenordnung ebenso viele junge Menschen wie Bischöfe als Teilnehmer zu berufen. Die Jugendsynode könne nur dann ein Erfolg werden, wenn die Anliegen junger Menschen ernst genommen würden. Als Position des Dachverbands der katholischen Jugendverbände zur Synode hat der BDKJ den Beschluss "Mitbestimmung möglich machen" bereits im vergangenen Jahr an die Deutsche Bischofskonferenz übergeben. (fxn/KNA)