Jugendbischof Stefan Oster
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Der Jugendbischof über die Sinnsuche junger Menschen

Bischof Oster liebäugelte mit dem Buddhismus

Manchmal findet man erst über Umwege zum Glauben. Das weiß Bischof Stefan Oster aus eigener Erfahrung. Als junger Mann sei er "weit weg" von der Kirche gewesen, erzählt er katholisch.de im Interview.

Ingolstadt - 06.03.2018

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Die Jugend und die Kirche: Welche Entscheidungen helfen jungen Menschen, in den Glauben zu finden? Jugendbischof Stefan Oster erklärt, wie es gehen kann – und verrät auch, dass er als junger Mann mit dem Buddhismus geliebäugelt hat.

Der Passauer Bischof Stefan Oster hat als junger Mann mit dem Buddhismus geliebäugelt. Es gab "eine Phase, in der ich ganz weit weg war von Kirche", sagte er im Interview mit katholisch.de. In dieser Zeit habe er in anderen Religionen und Philosophien nach Antworten gesucht. Unter anderem sei er nach Indien gereist und habe sich für Buddhismus interessiert, verriet Oster, der seit 2016 Vorsitzender der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz ist.

Als Jugendbischof wird er auch an der vatikanischen Jugendsynode im Herbst teilnehmen. Dort werde es nicht darum gehen, wie die Kirche junge Menschen als Priester oder Ordensleute "rekrutieren" könne, betonte Oster. Man wolle nicht um junge Leute "werben". Gleichwohl müsse die Kirche ihnen helfen, Lebensentscheidungen zu treffen, wozu auch die Themen Beruf und Berufung zählten. "Das ist ein Weg, den die Kirche kann, aber den wir in der Breite noch besser lernen dürfen", sagte Oster.

Die Gefahr, dass das Thema Sexualität und Körperlichkeit bei der Synode automatisch ausgespart wird, sieht der Jugendbischof nicht. "Wir haben eine Vorsynode, da werden junge Menschen mit ihren Fragen kommen können, und der Papst hört sehr genau hin", betonte Oster. Auch er selbst wolle ihnen genau zuhören, um gemeinsam neue Wege gehen zu können. Entscheidend sei die Frage, wie man ein "guter Lebensbegleiter" für die jungen Leute werden könne. Um ihnen bei der Sinnsuche zu helfen, brauche es in der Kirche "überzeugende, glaubwürdige Menschen", so der Bischof. (tmg)