Ständiger Rat tritt in Würzburg zusammen

Bischöfe debattieren über Kommunion-Handreichung

Aktualisiert am 23.04.2018  –  Lesedauer: 
Bischöfe debattieren über Kommunion-Handreichung
Bild: © katholisch.de
Bischofskonferenz

Würzburg ‐ Seit Wochen streiten die deutschen Bischöfe intensiv über ihren Beschluss zur Kommunion für evangelische Ehepartner. Nun treffen sich die Diözesanbischöfe aller Bistümer in Würzburg zum Gespräch.

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Die Debatte in der katholischen Kirche über eine Öffnung der Kommunion für nicht-katholische Ehepartner in Einzelfällen beschäftigt an diesem Montag die 27 deutschen Ortsbischöfe. Der sogenannte Ständige Rat kommt im Exerzitienhaus Himmelspforten in Würzburg zu einer turnusmäßigen Sitzung zusammen. In der Auseinandersetzung geht es um einen vor zwei Monaten bei der Vollversammlung in Ingolstadt mit mehr als Zwei-Drittel-Mehrheit gefassten Beschluss der Bischofskonferenz; er empfiehlt unter bestimmten Bedingungen die Zulassung nicht-katholischer Ehepartner zum Sakrament der Eucharistie.

Sieben Bischöfe mit dem Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki an der Spitze hatten daraufhin in einem kritisch formulierten Brief an die zuständigen Vatikanbehörden um Klärung der Frage gebeten, ob eine solche Regelung von einer einzelnen Bischofskonferenz beschlossen werden kann. Der Konferenz-Vorsitzende, Kardinal Reinhard Marx, äußerte sich befremdet über diese an ihm vorbei geführte Nachfrage in Rom.

Franziskus lädt zum Gespräch in den Vatikan

Einige Tage später wurde bekannt, dass Papst Franziskus die Kardinäle Marx und Woelki sowie den Münsteraner Bischof Felix Genn zu einer Aussprache nach Rom eingeladen habe. In Vatikankreisen heißt es dazu, das Vorgehen von Marx, der die Öffnung zunächst ohne vorherige Absprache mit dem Päpstlichen Einheitsrat sowie ohne hinreichende Einmütigkeit in der Bischofskonferenz vorangebracht habe, sei erklärungsbedürftig.

Nach der Intervention aus dem Vatikan gilt es in Kirchenkreisen als unwahrscheinlich, dass die Deutsche Bischofskonferenz ihren Mehrheitsbeschluss umsetzt, bevor die römische Aussprache stattgefunden hat. Eine Veröffentlichung des im Februar in Ingolstadt beschlossenen Textes steht weiterhin aus, zumal alle Bischöfe noch Änderungsvorschläge einreichen konnten, die eingearbeitet werden sollen. (KNA)