Bundeswehrsoldaten und Helfer beladen über ein Amphibienfahrzeug als Rampe einen LKW der Bundeswehr mit Sandsäcken.
Friedensbewegung äußert sich in Kreuz-Debatte

Pax Christi will Bundeswehr-Kreuz abschaffen

Frieden - Der Kruzifix-Beschluss der bayerischen Landesregierung hatte in der Kirche viel Kritik erhalten. Nun richtet sich die Friedensbewegung Pax Christi gegen ein anderes hoheitliches Kreuzzeichen.

Berlin - 08.05.2018

Die katholische Friedensbewegung Pax Christi plädiert in der Debatte über den bayerischen Kreuz-Erlass für eine Änderung des Bundeswehr-Emblems. "Wir schlagen vor dem Hintergrund der erfreulich differenzierten Kritik am bayerischen Kreuz-Erlass eine Debatte vor mit dem Ziel, das Kreuz als militärisches Emblem nicht mehr zu verwenden", heißt es in einer am Dienstag in Berlin veröffentlichten Erklärung der Friedensbewegung. Als Sinnbild von Zuwendung und Nächstenliebe sei das Kreuz beim 'Roten Kreuz' vertretbar.

Ab 1. Juni soll auf Beschluss des bayerischen Kabinetts im Eingangsbereich von allen Dienstgebäuden des Freistaats ein Kreuz als "sichtbares Bekenntnis zu den Grundwerten der Rechts- und Gesellschaftsordnung in Bayern und Deutschland" hängen. Der Kreuz-Erlass, der maßgeblich von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) vorangetrieben worden war, sorgt seither für heftige Debatten.

Münchner Kardinal Marx kritisiert Ministerpräsident Söder

Anfang Mai hatte der der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, Söder vorgeworfen, "Spaltung, Unruhe, Gegeneinander" ausgelöst zu haben. "Wenn das Kreuz nur als kulturelles Symbol gesehen wird, hat man es nicht verstanden", so Marx. Einige Tage später zeigte er sich versöhnlicher und begrüßte Initiativen für Kreuze im öffentlichen Raum. Auch sei es gut, dass der Staat ein besonderes Verhältnis zu den Kirchen pflege. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, äußerte sich zurückhaltend. Er wolle die Debatte nicht personalisiert führen, "sondern hart an der Sache". Wichtig sei ihm, die Inhalte, für die das Kreuz stehe, "in die Herzen der Menschen zu bringen".

Pax Christi verwies am Dienstag auf die Äußerungen der Bischöfe. Diese hätten bei der Friedensbewegung zu einem neuen Nachdenken über eine mögliche "fragwürdige Funktionalisierung" des Kreuzzeichens geführt, das die militärischen Gerätschaften der Bundeswehr ziere. Das Bundeswehr-Kreuz gehe in stilistischer Ableitung und ungebrochener Traditionslinie auf das Eiserne Kreuz von 1813 zurück. (KNA)