Gründungsmitglied Rita Waschbüsch über die Arbeit des Vereins

Donum Vitae: Darf bei Beratung nie um Zwang gehen

Aktualisiert am 11.05.2018  –  Lesedauer: 
Abtreibung

Berlin ‐ Im November näherten sich die deutschen Bischöfe und "Donum vitae" an. Nun erklärt Gründungsmitglied Rita Waschbüsch, wie die Schwangerenberatung abläuft. Es gehe vor allem um zwei Elemente.

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Für den von katholischen Laien getragenen Schwangerenberatungsverein Donum Vitae darf es bei der Beratung nie um Zwang gehen. Die Beratung habe zwei Elemente: Sie sei zielorientiert auf den Erhalt der Schwangerschaft ausgerichtet, aber ergebnisoffen. Am Ende könne nur die Mutter alleine entscheiden, sagte Gründungsmitglied Rita Waschbüsch der Tageszeitung "taz" (Freitag). "Wir versuchen alles, was an Hilfen und Rat möglich ist, damit Frauen sich für das Leben entscheiden können."

Für Waschbüsch sind Abbrüche kein Weg der Problemlösung, aber das Recht der Frau, selbst zu entscheiden, sei verbindlich. "Ihnen die Hilfe oder den Beratungsschein zu verweigern, weil man den Abbruch für falsch hält, ist nicht der richtige Weg." Viele Frauen wüssten gar nicht, welche Hilfen es gebe und fühlten sich von ihrem Umfeld unter Druck gesetzt.

Waschbüsch froh über Versöhnung mit Bischöfen

Die ehemalige Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) begrüßte zudem erneut, dass die Deutsche Bischofskonferenz 2017 den sogenannten Abgrenzungsbeschluss von 2006 "ad acta" gelegt habe, indem Kardinal Reinhard Marx die Arbeit des Vereins in Sachen Lebensschutz hervorgehoben habe. "Ich bin froh, dass diesem Unfug ein Ende gesetzt wurde", sagte Waschbüsch.

Im November 2017 hatte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Marx, einen Brief an das ZdK geschrieben. Darin hielt er fest, dass sich auch Donum Vitae für den Lebensschutz einsetze und Erfolge in der Konfliktberatung erziele. Zugleich erinnerte der Erzbischof daran, dass die bisherigen kirchlichen Vorschriften in dieser Frage weiter gültig seien. Das Erzbistum Köln betonte wenige Tage nach Veröffentlichung des Briefes, dass sich ehemalige Donum-Vitae-Mitarbeiter vom Ausstellen eines Beratungsscheins distanzieren müssten, wenn sie künftig für die Kirche arbeiten wollten.

Donum Vitae (Geschenk des Lebens) wurde 1999 von prominenten Katholiken gegründet, nachdem die Kirche in Deutschland aus dem staatlichen System der Konfliktberatung ausgestiegen war. Die Mitarbeiter geben nach Schwangerschaftsberatungen einen Schein aus, der den Zugang zu einer straflosen Abtreibung eröffnet. Der damalige Papst Johannes Paul II. lehnte diesen Weg ab. Mittlerweile gibt es den Angaben nach bundesweit 212 Beratungsstellen. (bod/KNA)