Papst Franziskus während der wöchentlichen Generalaudienz am 3. April 2013 auf dem Petersplatz in Rom
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Franziskus warnt vor Geschwätz über Glaubensgeschwister

Papst: Beißt euch lieber mal auf die Zunge!

Papst - Christen reden schlecht über andere Christen? Für Papst Franziskus ist das ein No-Go. Deshalb gibt er einen guten Rat, wie man der Versuchung widerstehen kann. Tut vielleicht weh, hilft aber.

Vatikanstadt - 17.06.2018

Papst Franziskus hat Christen davor gewarnt, schlecht über ihre Glaubensgeschwister zu sprechen. "Es ist hässlich, in einer Familie schlecht von anderen zu sprechen. Es ist hässlich…", sagte Franziskus laut Vatican News am Samstag bei einer Audienz für Theatiner-Schwestern im Vatikan. Das geschwisterliche Leben sei nicht leicht, räumte der Papst ein, es gebe immer irgendeinen Grund zum Streiten. "Aber es gibt ein Gegenmittel, eine sehr gute Medizin dafür: Sich auf die Zunge beißen!" Diese schwelle dann vielleicht an, aber sie rede nicht schlecht über andere. "Probiert es aus!", so der Papst. Wichtig sei das "Zeugnis des geschwisterlichen Zusammenlebens" – was vor allem für Kongregationen und Ordensgemeinschaften gelte.

Die Welt von heute brauche zudem "Zeugen der Transzendenz", fuhr der Papst fort. Es seien Menschen vonnöten, die wirklich den Worten Jesu entsprächen und "Salz der Erde" und "Sauerteig" seien, so Franziskus. "Enthaltet den Männern und Frauen von heute nicht diese Nahrung vor! Sie ist genauso nötig wie richtiges Brot." Neben den Menschen, die materiell arm seien, gebe es auch viele, die den Sinn des Lebens verloren hätten, "deren Herzen hungern und dürsten nach lebendigem Brot und lebendigem Wasser". Viele von ihnen versuchten ihren Hunger und Durst mit Illusionen zu löschen. "Sie folgen Lichtern, die kein Leben geben, Lichtern, die nicht leuchten." Diese Menschen warteten – selbst wenn sie es gar nicht wüssten – auf die Begegnung mit Jesus, gab der Papst den Ordensfrauen mit auf den Weg.

Die Theatiner (Lateinisch: Ordo Clericorum Regularium, CRth) wurden 1524 vom heiligen Kajetan von Thiene und von Bischof Gian Pietro Carafa von Chieti, dem späteren Papst Paul IV., gegründet. Der Orden ist benannt nach dem lateinischen Namen der Stadt Chieti: Theate. Die Kongregation breitete sich nach ihrer Gründung schnell in ganz Italien aus und wurde neben dem Jesuitenorden zur wichtigsten Kraft der katholischen Reform. Der weibliche Zweig der Theatinerinnen wurde 1583 von Ursula von Benincasa gegründet. Bekannt ist die Münchner Theatinerkirche St. Kajetan neben der Feldherrnhalle, die als Hofkirche und Grablege der Wittelsbacher fungierte. (tmg)