Theologin fordert liturgische Gewänder für Laien
Über den Sinn besonderer Kleidung bei Kommunionhelfern, Lektoren und Co.

Theologin fordert liturgische Gewänder für Laien

Kommunionhelfer und Lektoren leisten im Gottesdienst wichtige Dienste. Trotzdem tragen sie – anders als Kleriker und Ministranten – oft keine liturgische Kleidung. Theologin Nicole Stockhoff ermutigt zum Umdenken.

Münster/Bonn - 04.07.2018

Die Liturgiewissenschaftlerin Nicole Stockhoff hat sich für liturgische Gewänder für Laien ausgesprochen. "Ich persönlich empfehle, dass liturgische Laiendienste ein Gewand tragen sollen, wenn sie im Altarraum mitwirken", sagte die Liturgiereferentin des Bistums Münster im Interview des Online-Magazins "Kirche und Leben Netz" (Dienstag). Ein Gewand unterstreiche einerseits die Festlichkeit und Würde der Liturgie. Andererseits könne es Kommunionhelfern oder Lektoren dabei helfen, "sich als Person zurückzunehmen, sich in ihre liturgische Rolle einzufinden und letztlich Gott Raum zu geben", so Stockhoff.

Liturgische Gewänder sollten laut der Liturgiereferentin auch solche Laien tragen, die Gottesdienste leiten; als Beispiele nannte Stockhoff Wort-Gottes-Feiern, Krippenfeiern, Segnungsgottesdienste und Beerdigungen. Dagegen halte sie das Tragen liturgischer Gewänder bei Rosenkranzandachten, Kreuzwegen oder den Gebeten zu unterschiedlichen Tagzeiten "nicht für zwingend". Hierbei genüge es, wenn die Vorsteher "in der ersten Kirchenbank bei der Gemeinde stehen und vorbeten".

Verwechslungsgefahr mit Klerikern

Die Liturgiereferentin betonte zudem, dass ein Laiengewand keinesfalls mit den Gewändern von Priestern und Diakonen verwechselt werden dürfe. "Eine Stola geht zum Beispiel nicht", sagte Stockhoff. Sie empfiehlt für Laien daher eine schlichte Albe, die "an das weiße Taufkleid und die Taufwürde, die allen Katholiken gemeinsam ist", erinnere. Frauen und Männer müssten außerdem die gleichen Gewänder tragen, so die Referentin.

Ratsam sei schließlich, dass Lektoren und Kommunionhelfer auch gemeinsam mit dem Priester und den Messdienern in die Kirche einziehen, sagte Stockhoff weiter. "Dann wird gleich deutlich, dass sie im folgenden Gottesdienst eine wichtige Aufgabe haben."

Mit ihren Vorschlägen stütze sie sich auf die Empfehlungen der deutschen Bischöfe ("Zum gemeinsamen Dienst berufen") sowie auf die "Allgemeine Einführung in das Römische Messbuch", betonte Stockhoff. Verbindlich vorschreiben solle man liturgische Kleidung für Laien allerdings nicht. Vielmehr sollten die Pfarreien laut der Referentin regelmäßig reflektieren, wie sie Gottesdienst feiern, und in diesem Prozess auch die Frage der Gewänder für Laien abwägen. "Wenn dabei klar wird, dass die Widerstände zu groß sind, gibt es überhaupt kein Problem, zunächst einmal auf Gewänder für liturgische Laiendienste zu verzichten", so Stockhoff. "Denn es wäre schade für die Vielfalt der Engagierten, wenn Lektoren oder Kommunionhelfer aufhören würden, weil sie kein Gewand tragen wollen." (tmg)