Benediktiner: Umgang der Kirche mit Medien hinterfragen
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Nikodemus Schnabel fordert neue Sprache von der Kirche

Benediktiner: Umgang der Kirche mit Medien hinterfragen

Verstehen Kirchenvertreter den Auftrag der Medien nicht? Den Verdacht hat Pater Nikodemus Schnabel manchmal. Doch statt pikiert zu sein, sollte die Kirche lieber ihre Sprache überdenken, fordert er.

Bonn - 24.07.2018

Der Sprecher der Benediktinerabtei Dormitio in Jerusalem, Nikodemus Schnabel, hat den Umgang der Kirche mit den Medien kritisch hinterfragt. Kirchenleute - auch er selbst - wünschten sich manchmal, dass die Medien in ihrem Sinne berichteten, sagte der Ordensmann im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). "Der Job von Journalisten ist es aber, auch einmal kritisch nachzufragen - darauf reagieren wir manchmal pikiert und sagen, die Medien sind gegen uns."

Religionsvertreter sollten sich fragen, ob sie die Medien nicht ein wenig missverstünden, so der Benediktiner weiter. "Sie sind kein Megafon unserer Botschaft, sondern wollen Dinge verstehen und erklären." Von den Medien wünscht er sich im Umkehrschluss mehr Kompetenz im Umgang mit religiösen Themen. Wenn Sportreporter Spieler, Trainer und Strategien nicht kennen würden, würde man sie "durchs Dorf jagen", so Schnabel. Er habe manchmal den Eindruck, es gehöre in der Berichterstattung über Glaube und Religion "zum guten Ton, nicht genau Bescheid zu wissen. Da wird gerne vergröbert."

Ordensmann sieht zwei "Lager" in kirchlicher Medienlandschaft

Generell wünscht sich Schnabel aber eine neue Sprache der Kirche. "Als Theologen und Kirchenleute haben wir oft eine sehr ausgefeilte Sprache, die auch richtig ist - aber oft unverständlich". Begriffe wie Erlösung oder Gnade seien zwar richtige, zentrale Begriffe. "Aber sind die noch gefüllt?" Kirchenvertreter müssten sich fragen, "ob wir die Leute damit noch mitnehmen und erreichen".

Der Ordensmann sieht aktuell zwei "Lager" in der kirchlichen Medienlandschaft: die einen, die Dinge ausprobieren – "auch auf die Gefahr hin, dass manche die Nase rümpfen und sich fragen, ob ein Mönch, ein Priester, eine Nonne das so machen oder sagen sollte". Andererseits sehe er Leute mit einer gewissen Ängstlichkeit - manchmal auch der berechtigten Frage, ob Angebote zu anbiedernd seien. Er denke aber, "sich in diesem Punkt auch einmal schmutzig machen, ist durchaus im Sinne von Papst Franziskus". (bod)

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