Zahl der Urnenkirchen in Deutschland steigt
Gemeinden verhindern dadurch Leerstand und Abrisse

Zahl der Urnenkirchen in Deutschland steigt

Bestattung - Mittlerweile sind bereits 42 Kirchengebäude in Deutschland zu Urnen- oder Grabeskirchen umgebaut worden - Tendenz steigend. Doch (noch) nicht überall in Deutschland ist das Konzept gefragt.

Königswinter - 04.09.2018

Die Zahl der Urnen- oder Grabeskirchen in Deutschland hat sich seit 2013 verdoppelt. In 42 Kirchengebäuden wurden inzwischen Räume eingerichtet, in denen Urnen mit der Asche von Verstorbenen beigesetzt werden, wie die Verbraucherinitiative Aeternitas am Dienstag in Königswinter mitteilte. Da immer weniger Kirchen für Gottesdienste benötigt würden, könnten Gemeinden so Abrisse oder Leerstände vermeiden und zugleich Einnahmen erzielen, um die Gebäude instandzuhalten.

Aktuell gibt es laut Aeternitas 29 katholische, elf evangelische und zwei altkatholische Angebote. Weitere seien geplant, etwa in Bremen, Bremerhaven und Siegen. Besonders verbreitet seien Urnenkirchen in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. In den südlichen Bundesländern und weiten Teilen Ostdeutschlands finde das Konzept hingegen bisher keine Resonanz.

Klassische Erdbestattung nicht mehr im Trend

Auch die Preise für einen Urnen-Platz variieren je nach Standort, wie es hieß. Im Schnitt kosten Einzelkammern 2.500 Euro, Doppelkammern mit zwei Urnen 4.500 Euro. Die Nutzungsdauer der Grabstätten in den Urnenkirchen betrage in der Regel 20 Jahre und könne verlängert werden, so Aeternitas. Eine konfessionelle Bindung der Verstorbenen werde meist nicht vorausgesetzt.

Generell gehen in Deutschland die klassischen Erdbestattungen im Sarg zurück. 1960 waren Feuerbestattungen mit rund 10 Prozent noch die Ausnahme. 1999 ließen sich bereits 40 Prozent der Deutschen nach ihrem Tod verbrennen (60 prozent Erdbestattung). Mittlerweile haben sich die Verhältnisse umgekehrt, so dass 2016 bereits über 50 Prozent der Deutschen eine Feuerbestattung wählten. Als Gründe werden häufig niedrigere Kosten, aber auch der Wegfall der Grabpflege genannt. (bod/KNA)