Ex-Manager Middelhoff dankt Gott für Haftstrafe
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Verurteilter Katholik sieht drei Jahre im Gefängnis positiv

Ex-Manager Middelhoff dankt Gott für Haftstrafe

Einst war Thomas Middelhoff einer der wichtigsten Manager Deutschlands, doch wegen Steuerhinterziehung büßte er drei Jahre im Gefängnis. Die Zeit in Haft sieht Middelhoff positiv, denn er entdeckte Gott.

München - 20.10.2018

Thomas Middelhoff (65), wegen Untreue verurteilter Ex-Manager, sieht seine dreijährige Haftzeit im Rückblick positiv: "Ich danke Gott, dass er mich ins Gefängnis geführt hat." Noch nie habe er sich Gott so nahe gefühlt, berichtet der einstige Spitzenmann der deutschen Wirtschaft in einem vom katholischen Hilfswerk "Kirche in Not" produzierten Fernsehinterview. Das 24-minütige Gespräch ist unter dem Titel "In die offene Hand Gottes gefallen" auf der Website des Hilfswerks abrufbar. Es wird in den nächsten Tagen außerdem in mehreren christlichen Fernsehsendern ausgestrahlt.

Middelhoff: Habe Ruhe wieder gefunden

Middelhoff war von 1998 bis 2002 Vorstandsvorsitzender des Bertelsmann-Konzerns, anschließend Chef von KarstadtQuelle (seit 2007 Arcandor). Vor dem Hintergrund der Insolvenz von Arcandor verurteilte ihn das Landgericht Essen im November 2014 wegen Untreue und Steuerhinterziehung zu drei Jahren Haft, die er in Bielefeld verbüßte. Im November 2017 wurde er entlassen.

Beim diesjährigen Katholikentag in Münster hatte der Katholik berichtet, wie er im Strafvollzug seinen Glauben wiedergefunden habe. So sei er im Gefängnis erstmals seit seinem 16. Lebensjahr wieder zur Beichte gegangen. "Ich glaube, der Gefängnispfarrer war ordentlich beeindruckt von dem, was ich da alles mitzuteilen hatte." Er habe durch eigene Schuld seine Ehre und sein Vermögen verloren sowie seine Ehe zerstört. Trotzdem fühle er sich heute freier und habe seine Ruhe wieder gefunden. Früher sei er zwar ständig um den Globus geflogen, aber letztlich auf der Flucht vor sich selber gewesen. Diesen Zustand habe er dank des Glaubens überwunden. (KNA)