Schriftzug "Weltbild"
Geschäftsführer spricht von "gelungener Trendwende"

Zeitung: Weltbild schreibt erstmals wieder schwarze Zahlen

Vier Jahre nach der Insolvenz schreibt das Versandhandels-Unternehmen Weltbild, das bis 2014 im Besitz mehrerer katholischer Bistümer war, erstmals wieder schwarze Zahlen. Der Stellenabbau sei jedoch noch nicht abgeschlossen, so der Geschäftsführer.

Augsburg - 17.11.2018

Das Versandhandels-Unternehmen Weltbild schreibt erstmals nach der Insolvenz im Jahr 2014 wieder schwarze Zahlen. "Wir sind, was den Jahresüberschuss betrifft, nach der Insolvenz wieder knapp im Plus", sagte Weltbild-Chef Christian Sailer der "Augsburger Allgemeinen" (Samstag). Die Trendwende sei gelungen, so Sailer, der im März als Geschäftsführer zu Weltbild gekommen war. Es gehe aufwärts, der Stellenabbau sei jedoch noch nicht abgeschlossen. Sailer kündigte zudem vereinzelte Filialschließungen an.

"Die Weltbild-Gruppe kommt von 1.350 Mitarbeitern nach der Insolvenz und geht jetzt auf 1.100 bis 1.200 zu, was vor allem durch den Rückgang der Filialen begründet ist", sagte der Geschäftsführer. In einzelnen Bereichen wie dem Marketing würden inzwischen wieder Stellen aufgebaut, die Zahl der Beschäftigten gehe jedoch insgesamt zurück. "In der Summe werden wir etwas kleiner." Obwohl das Unternehmen in diesem Jahr fünf neue Filialen eröffnet hat, werde die Zahl der Weltbild-Geschäfte – derzeit 126 – schrumpfen. "Die neuen Filialen sind dann wesentlich profitabler als diejenigen, die wir abgegeben haben", so Sailer.

Das Verlagshaus Weltbild wurde 1948 gegründet und befand sich bis zu seiner Insolvenz 2014 im Besitz mehrerer katholischer Bistümer in Deutschland. Zu Spitzenzeiten zählte es 7.000 Mitarbeiter. Nach hohen Verlusten und der Weigerung der kirchlichen Eigentümer, weiter Geld für den Medienhändler bereitzustellen, musste Weltbild Insolvenz anmelden und wurde schließlich mehrheitlich an die Düsseldorfer Droege Group verkauft. (KNA)