Jesuitenpater möchte "großes Willkommensignal" senden

Wucherpfennig: Schwule in der Kirche müssen sich nicht rechtfertigen!

Jesuit Ansgar Wucherpfennig
Bild: KNA/Harald Oppitz

Sexualmoral, Frauen in der Kirche, Ökumene, kirchliche Machtstrukturen - in all diesen Fragen muss sich die katholische Kirche aus Sicht des Frankfurter Jesuitenpaters Ansgar Wucherpfennig weiterentwickeln. "Auch in konservativen Milieus ist nicht mehr verstehbar, warum sich die Kirche in den angesprochenen Punkten nicht weiter auf die Gesellschaft zubewegt", sagte der Rektor der katholischen Hochschule Sankt Georgen der Deutschen Presse-Agentur.

Der Vatikan hatte dem Jesuitenpater 2018 wegen liberaler Äußerungen über Homosexuelle vorübergehend die Fortführung seines Amtes verwehrt; unter anderem forderte er Segensfeiern für homosexuelle Partnerschaften. Es dauerte Monate, bis Wucherpfennig doch noch das notwendige "Nihil obstat" - die päpstliche Lehrerlaubnis - erhielt.

"Es ist schon eine grundsätzliche Schwierigkeit, dass Wahrheitsfragen in der Kirche oft über Machtfragen entschieden werden", sagte Wucherpfennig weiter. Homosexualität in der Kirche sei "nach wie vor vor ein starkes Tabu". "Ein katholischer Reflex ist leicht und schnell homophob." Wucherpfennig will mit einer Seelsorge-Initiative für gleichgeschlechtliche Paare "ein großes Willkommenssignal senden": "Es gibt Schwule und Lesben in der katholischen Kirche, die müssen sich auch nicht rechtfertigen, sondern sie sind volle und gleichberechtigte Mitglieder in der Kirche. Basta." (tmg/dpa)