Stempelset mit der Aufschrift "Kirchenaustritt".
Alarmierende Zahlen

Kirchenaustritte in Nordrhein-Westfalen massiv gestiegen

Das NRW-Justizministerium hat die Kirchenaustrittszahlen für 2018 bekannt gegeben. Ergebnis: ein mehr als deutlicher Anstieg. So viele Menschen kehrten dort ihrer Kirche im vergangenen Jahr den Rücken.

Düsseldorf - 29.01.2019

Die Zahl der Kirchenaustritte ist 2018 in Nordrhein-Westfalen deutlich gestiegen. Bei den Amtsgerichten erklärten im vergangenen Jahr insgesamt 88.510 Menschen den Kirchenaustritt, teilte das Justizministerium am Montagabend auf Anfrage in Düsseldorf mit. Das waren rund 22 Prozent mehr als 2017. Damals hatten 72.588 Menschen der katholischen oder der evangelischen Kirche den Rücken gekehrt. Auch das bedeutete schon einen Anstieg. 2016 gab es 70.717 Austritte.

Dem Justizministerium liegen keine Daten zu der Verteilung nach Konfessionen und zu den Kircheneintritten vor. Auch zu den Motiven für die Kirchenaustritte kann das Ministerium keine Angaben machen. Die "Bild"-Zeitung und die "WAZ" berichteten online über den starken Anstieg der Kirchenaustritte. In NRW leben laut den Medienberichten etwa 12,4 Millionen Kirchenmitglieder. Unter ihnen sind demnach rund 7,4 Millionen Katholiken und knapp 5 Millionen Protestanten.

In der vergangenen Woche hatten Recherchen der Bistumszeitung "Kirche + Leben" ergeben, dass dem Bistum Münster 2018 ein Kirchenaustritts-Rekord bevorsteht. Stichproben von Amtsgerichten und Standesämtern ergäben einen Anstieg der Austritte um mehr als 50 Prozent, wie die Zeitung (Sonntag) meldete. 2017 waren noch 1,87 Millionen Menschen (44 Prozent) im Bistum Münster katholisch. Mehr als 8.000 Menschen waren ausgetreten. 2018 könnten es über 12.000 sein. Die hohen Austrittszahlen könnten im Zusammenhang mit der im vergangenen September veröffentlichten Studie zum Missbrauch in der katholischen Kirche stehen, hieß es. (tmg/dpa)