65-Jähriger will Redaktion erhalten bleiben

Heribert Prantl gibt Führungspositionen bei "Süddeutscher Zeitung" ab

Aktualisiert am 28.02.2019  –  Lesedauer: 

München ‐ Er ist Absolvent der katholischen Journalistenschule ifp und einem breiten Publikum auch durch kirchenkritische Stellungnahmen im Fernsehen bekannt: Jetzt verabschiedet sich Heribert Prantl aus der Chefetage der "Süddeutschen Zeitung".

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Heribert Prantl hat seine Ämter als Mitglied der Chefredaktion und Ressortleiter Meinung bei der "Süddeutschen Zeitung" (SZ) zum 1. März niedergelegt. Der 65-Jährige bleibe der Redaktion als ständiger Autor und Kolumnist erhalten, berichtete die Zeitung in eigener Sache (Donnerstag). Prantls Aufgabe als Ressortleiter Meinung übernimmt Stefan Ulrich. Chefredakteure bleiben Kurt Kister und Wolfgang Krach, Digitalchefin Julia Bönisch bleibt ebenfalls Mitglied der Chefredaktion.

Der Jurist Prantl arbeitet seit 1988 für die "Süddeutsche Zeitung". Von 1995 bis 2017 leitete er das Ressort Innenpolitik, 2011 wurde er Mitglied der Chefredaktion. Anfang 2018 übernahm er die Leitung des damals neu geschaffenen Ressorts Meinung. Prantl zählt zu den Absolventen der katholischen Journalistenschule Institut zur Förderung publizistischen Nachwuchses (ifp) mit Sitz in München. Immer wieder ist er auch in TV-Talkshows zu Gast und vertritt einen kirchenkritischen Standpunkt.

Auf Seite 5 der Wochenendausgabe werde künftig eine politische Kolumne von Prantl erscheinen, teilte die Zeitung mit. Auch der sonntags verschickte Newsletter "Prantls Blick" und die Video-Kolumne "Prantls Politik" auf "sueddeutsche.de" bleiben erhalten.

Die SZ bietet ihren Lesern zudem einen erweiterten Meinungsteil unter der Leitung von Stefan Ulrich an. Ihre Seite 5 widmet die Zeitung freitags nun den Beiträgen von Kolumnisten und Gastautoren. Die Kolumnen von Carolin Emcke, Jagoda Marinic, Norbert Frei und Karl-Markus Gauß werden fortan im Wechsel veröffentlicht. Mit den Veränderungen reagiert die SZ nach eigenen Angaben auch auf den "rasanten politischen und gesellschaftlichen Wandel". Man werde künftig noch stärker Ereignisse kommentieren und einordnen, hieß es. (tmg/epd)