Franziskus: Wer sich um Kinder kümmert, kämpft gegen "Wegwerfkultur"
Papstbotschaft zur Einweihung eines Kinderkrankenhauses in Afrika

Franziskus: Wer sich um Kinder kümmert, kämpft gegen "Wegwerfkultur"

2015 hatte Papst Franziskus die Zentralafrikanische Republik besucht und dort auch ein Kinderkrankenhaus besucht. Weil die Zustände in der Klink schlecht waren, entschloss er sich zu helfen. Jetzt wurde das auch mit Spenden von Franziskus renovierte Krankenhaus wiedereröffnet.

Bangui/Vatikanstadt - 02.03.2019

An diesem Samstag hat in Bangui ein Kinderkrankenhaus eröffnet, das auf Wunsch von Papst Franziskus renoviert und ausgeweitet wurde. "Wer sich um die Kleinen kümmert, steht auf der Seite Gottes und besiegt die Wegwerfkultur", sagt das Kirchenoberhaupt in einer Videobotschaft zur Einweihung.

Er hoffe, dass das neue Krankenhaus in der Hauptstadt der Zentralafrikanischen Republik Vorbild und Bezugspunkt des ganzen Landes werden könne; "ein Exzellenzzentrum, in dem Kinder Antworten auf ihre Leiden und Erleichterung finden, mit Zärtlichkeit und Liebe." Die Mitarbeiter ruft der Papst in seiner Videobotschaft auf, stets wie der barmherzige Samariter zu handeln. Es gehe darum, in allen Kranken immer Christus zu sehen.

Franziskus eröffnete 2015 in Bangui das "Heilige Jahr der Barmherzigkeit"

Franziskus war im November 2015 trotz Sicherheitsbedenken in die Zentralafrikanische Republik gereist, um das "Heilige Jahr der Barmherzigkeit" der katholischen Kirche vorab zu eröffnen. Er besuchte auch das dortige Krankenhaus, indem sehr viele Kinder starben, weil sie nicht behandelt werden konnten, und entschloss sich zu helfen. "Noch immer habe ich in meinem Herzen die schmerzvollen Blicke der vielen unterernährten Kinder, die ich bei meinem kurzen Besuch des Krankenhauses getroffen habe", sagt er in seiner Botschaft.

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Finanziert vom Papst, auch mit Hilfe vieler Spenden, begannen unter Leitung des vatikanischen Kinderkrankenhauses Bambino Gesu seit Frühjahr 2016 Ausbildungsmaßnahmen des medizinischen Personals in Bangui. Es wurde ein neues Zentrum für unterernährte Kinder geschaffen und das staatliche Kinderkrankenhaus von Bangui renoviert und ausgebaut.

Einziges Kinderkrankenhaus der Zentralafrikanischen Republik

Nach Angaben des Bambino Gesu ist das Kinderkrankenhaus von Bangui das einzige der ganzen Zentralafrikanischen Republik. In der Notaufnahme sind 80 Prozent der Fälle dringend; 20 Prozent davon benötigen dauerhaft Hilfe. Das Kinderkrankenhaus behandelt jährlich 70.000 dringend hilfsbedürftige Kinder. Die häufigsten Krankheiten sind Malaria, Durchfall, Atemwegsprobleme, HIV und Tuberkulose. Auch Mangelernährung sei ein großes Problem.

Kardinal Konrad Krajewski, der persönliche Beauftragte des Papstes für Sozialhilfe, Hilfsaktionen und soziale Projekte, eröffnete das neue Krankenhaus am Samstag offiziell in Bangui. Begleitet wurde er von der Leiterin der Vatikan-Kinderklinik Bambino Gesu, Mariella Enoc, und dem Papstbotschafter in der Zentralafrikanischen Republik, Santiago De Wit Guzman. Laut Vatikanangaben wurden auch der Präsident der Zentralafrikanischen Republik, Faustin-Archange Touadera, sowie weitere politische Spitzen des Landes erwartet. (KNA)