Vatikan: Amazonas-Synode diskutiert nicht über neue Hostien-Rezepte
Weiterhin nur Weizen, kein Maniok erlaubt

Vatikan: Amazonas-Synode diskutiert nicht über neue Hostien-Rezepte

Herkömmliche Hostien vertragen das feuchtwarme Amazonas-Klima nicht. Ein brasilianischer Jesuit hatte daher die Möglichkeit von Maniok-Hostien ins Spiel gebracht – doch das wird kein Thema bei der Amazonas-Synode, heißt es nun aus Rom.

Vatikanstadt - 09.03.2019

Ein neues Rezept für Hostien aus Maniok anstatt aus Weizenmehl steht bei der Amazonas-Synode nicht auf der Tagesordnung. Im Vorbereitungsdokument tauche das Thema der eucharistischen Materie nicht auf, sagte der Untersekretär des Generalsekretärs der Bischofssynode, Bischof Fabio Fabene, gegenüber dem britischen Catholic Herald: "Daher ist das auch kein Gegenstand der nächsten Synode."

Der brasilianische Liturgiewissenschaftler Francisco Taborda hatte Anfang März Hostien aus Maniok als mögliches Thema für die Synode ins Spiel gebracht. Hostien aus Weizenmehl würden im feuchtwarmen südamerikanischen Klima während der Regenzeit zu einem "klebrigen Brei" werden, so der Jesuit: "Das ist dann kein Brot mehr, und wenn es kein Brot ist, ist es nicht die Eucharistie." In der Amazonasregion ist Maniokmehl die übliche Grundzutat für Brot.

Kirchenrecht lässt nur reines Weizenmehl zu

Die Amazonas-Synode findet vom 6. bis 27. Oktober im Vatikan statt. Der Titel des Bischofstreffens lautet "Amazonien: neue Wege für die Kirche und eine ganzheitliche Ökologie". Die Bischöfe und Ordensleute aus Ländern der Amazonas-Region sollen dabei über die besonderen Herausforderungen der Seelsorge angesichts des Priestermangels, die Rechte von Indigenen und ökologische Aspekte beraten.

Bisher ist vom Kirchenrecht vorgeschrieben, dass Hostien "aus reinem Weizenmehl" ("mere triticeus", can. 924 § 2 CIC) bestehen müssen. Zuletzt hatte der Vatikan 2017 die Regelungen für die eucharistische Materie betont. (fxn)