Der Blick aus dem Bischofshaus auf den Osnabrücker Dom.
Premiere im Bistum Osnabrück

Erstmals Pfarreileitung durch eine Frau

An immer mehr Standorten wird Leitungsverantwortung auf Gemeinde- oder Pfarreiebene in die Hände von Laien gelegt. Im Bistum Osnabrück gibt es bald eine Premiere: Die erste Frau wird eine Pfarreileitung übernehmen.

Osnabrück - 29.03.2019

Im Bistum Osnabrück wird künftig erstmals eine Frau eine Pfarrei leiten. Die Diözese beauftragte die Gemeindereferentin Christine Hölscher als Pfarrbeauftragte mit der Leitung der Pfarreiengemeinschaft Bad Iburg/Glane. Die 51-Jährige wird ihren Dienst zum 1. Dezember antreten, wie die Diözese am Freitag bekanntgab. Zeitgleich werde Pastor Bernhard Brinkmann die Funktion des "moderierenden Priesters" übernehmen. Bad Iburg/Glane ist der zweite Standort im Bistum, an dem dieses Modell umgesetzt wird.

Im Bistum Osnabrück hatte erstmals im November ein hauptamtlicher Laienmitarbeiter die Leitung einer Pfarrgemeinde übernommen. Das Kirchenrecht ermöglicht laut Bistum diesen Schritt, wenn es nicht genügend Priester für diese Aufgabe gibt. Ein "moderierender Priester", der nicht vor Ort leben müsse, solle dem oder der Pfarrbeauftragten zur Seite stehen. Mit der Einführung der Gemeindeleitung durch hauptamtliche Laien, also nicht zum Priester geweihte Seelsorgemitarbeiter, werde eine weitere Zusammenlegung von Pfarreien und Pfarreiengemeinschaften zu noch größeren Einheiten vermieden, hieß es.

Osnabrücks Bischof Franz-Josef Bode wünsche sich mit diesen personellen Veränderungen einen "Prozess der pastoralen Neuorientierung", so das Bistum. Die Pastoralteams vor Ort, die Gemeinderäte und - vorstände sowie die gesamte Gemeinde würden in die Prozesse eingebunden.

Laut einer katholisch.de-Umfrage unter allen 27 deutschen (Erz-)Bistümern im vergangenen Juni waren bereits an 185 Kirchorten Laien in Leitungsverantwortung auf Gemeinde- oder Pfarreiebene. In ihrer Ausgestaltung unterscheiden sich die Leitungsmodelle dabei stark. (tmg/KNA)