Alexander Van der Bellen während einer Privataudienz mit Papst Franziskus.
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Botschaft des Neuen Testaments ist Österreichs Bundespräsidenten wichtig

Van der Bellen: Bin wieder in Kirche eingetreten

Aus Ärger war er einst ausgetreten – nun ist der österreichische Bundespräsident Alexander Van der Bellen wieder Mitglied einer Kirche. Im Interview mit den Bistumszeitungen des Landes sprach er auch über die Rolle des Glaubens in der Gesellschaft.

Wien - 30.04.2019

Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen ist wieder Mitglied einer christlichen Kirche. "Ich bin heuer wieder in die evangelische Kirche des Augsburger Bekenntnisses eingetreten", sagte Van der Bellen den aktuellen Ausgaben der österreichischen Kirchenzeitungen im Interview. Er war als junger Mann aus Ärger über seinen lokalen Pfarrer aus der Kirche ausgetreten.

Es sei denkbar, dass die eine oder andere Religion aussterbe, so Van der Bellen weiter. Aber dass Religiosität insgesamt aussterben könnte, glaube er nicht. "Dazu ist das Bedürfnis nach etwas zu groß, das zu erklären versucht, was Leben ist, woher es kommt und wohin wir nach dem Tod gehen." Auf die Frage nach einem Bedeutungsschwund des Christentums in Österreich verwies er auf "die mir so wichtige Botschaft des Neuen Testaments". "Sich einigermaßen danach zu richten" sei "nicht nur für Kirchenmitglieder geboten".

Regelmäßiger Austausch mit Kardinal Schönborn

Über den Austausch zwischen den Religionsgemeinschaften und der Politik in Österreich sagte der 75-Jährige: "Persönlich hatte ich viele gute Begegnungen, was vielleicht auch daran liegt, dass sich die Zusammensetzung der Bischofskonferenz heute von jener zu Zeiten Groers und Krenns unterscheidet." Mit deren jetzigem Vorsitzenden Kardinal Christoph Schönborn tausche er sich regelmäßig aus, so der frühere Grünen-Politiker. "Generell ist es wichtig, dass Politik und Religionsgemeinschaften Kontakt halten, und dass sich die Kirchen, Caritas und Diakonie zu sozialen Fragen zu Wort melden", betonte er. Die Kirchen hielten wie das Rote Kreuz und andere Organisationen das Ehrenamt hoch. "Ich möchte mir Österreich nicht ohne diesen unersetzlichen Einsatz vorstellen."

In seiner politischen Laufbahn erklärte Van der Bellen mehrmals, nicht an einen persönlichen Gott zu glauben, zollte aber auch dem positiven Einfluss religiöser Überzeugungen auf das soziale Zusammenleben Respekt und äußerte Hochachtung gegenüber dem Evangelium. Im Vorfeld der österreichischen Bundespräsidentenwahl 2016 bekundete Van der Bellen, über einen Widereintritt in die Kirche nachzudenken.

Die Evangelische Kirche des Augsburger Bekenntnisses ist die Selbstbezeichnung mehrerer evangelisch-lutherischer Kirchen in Europa, deren Ursprünge meist in der ehemaligen Doppelmonarchie Österreich-Ungarn liegen. In Österreich gibt es 200 Gemeinden mit rund 285.000 Mitgliedern. Der Begriff leitet sich vom Augsburger Bekenntnis (lateinisch: Confessio Augustana) ab, das die lutherischen Reichsstände 1530 auf dem Reichstag in Augsburg Kaiser Karl V. darlegten. Es gehört bis heute zu den verbindlichen Bekenntnisschriften der lutherischen Kirchen. (mal/KNA)