Paderborn ersetzt Kirchenzeitung durch "Katholisches Magazin"
Bisheriger Chefredakteur scheidet zum Jahresende aus

Paderborn ersetzt Kirchenzeitung durch "Katholisches Magazin"

Der Markt ist in Bewegung: Nachdem die Bistümer Fulda, Limburg und Mainz das Ende ihrer Kirchenzeitungen verkündet hatten, wird es auch in Paderborn Veränderungen geben. Das Erzbistum setzt künftig auf ein Magazin.

Paderborn - 18.06.2019

Die Kirchenzeitung des Erzbistums Paderborn "Der Dom" wird 2020 zum wöchentlich erscheinenden Magazin. Damit verbunden sei eine "verbesserte Berichterstattung über Leben und Glauben", wie der Bonifatius Verlag am Montag in Paderborn mitteilte. Zukünftig sollten "noch stärker auch die inhaltlichen Schwerpunkte des Paderborner Zukunftsbildes und deren Wirklichkeit in den Gemeinden, Pastoralen Räumen, Verbänden und kirchlichen Einrichtungen" in den Blick genommen werden.

Vorgesehen sei auch "eine stärkere journalistische Auseinandersetzung mit der Paderborner Kirche", teilte der Bonifatius Verlag mit. Er wird laut Angaben zukünftig auch die Herausgeberschaft des "Katholischen Magazins für das Erzbistum Paderborn" übernehmen. Der Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker gebe die an seine Person gebundene Herausgeberschaft ab, hieß es. Neue Redaktionsleiterin soll Claudia Auffenberg (50) werden, bisher Programmleiterin des Bonifatius Verlags. Der bisherige Chefredakteur Matthias Nückel (62) scheide zum Jahresende aus der Chefredaktion aus.

Markt der Bistumszeitungen in Bewegung

Dem geplanten Relaunch ging laut Verlagsangaben eine Leserbefragung voraus. Anfang des Jahres war an 2.500 Katholiken im Erzbistum eine Testausgabe der neuen Zeitschrift verschickt worden. Die Leser wurden anschließend befragt. Unter anderem hätten sich die Befragten "mehr kritischen Mut" in ihrer Kirchenzeitung gewünscht, hieß es. Die für 2020 geplanten Veränderungen gingen auch mit einer Layoutverbesserung einher. Zudem sollten "Werbemaßnahmen den 'Dom' präsenter machen", so der Verlag. "Der Dom" hatte im ersten Quartal des Jahres 2018 eine verbreitete Auflage von 17.978 Exemplaren bei einer verkauften Auflage von 16.509 Stück, davon 16.416 an Abonnenten.

Der Markt der Kirchenzeitungen ist in Bewegung. Mitte Mai hatten die Bistumszeitungen Fulda, Limburg und Mainz ihre Einstellung für 2023 angekündigt. Hauptgrund für diese Entscheidung war der kontinuierliche Rückgang der Auflage, der zu einem immer höheren Zuschussbedarf durch die Bistümer geführt hatte. Bislang ist das Bistum Essen die einzige Diözese ohne eigene Kirchenzeitung. 2013 wurde die Veröffentlichung des "RuhrWorts" eingestellt. Seitdem gibt das Bistum das kostenlose Mitgliedermagazin "BENE", das an alle katholischen Haushalte verteilt wird. Auch andere Diözesen setzten - teilweise parallel zur traditionellen Kirchenzeitung - auf kostenlose Mitgliederzeitschriften. (bod/KNA)