Referat "Religion und Außenpolitik" besteht seit knapp einem Jahr

Auswärtiges Amt will Kontakte zu Religionsvertretern ausbauen

Aktualisiert am 29.07.2019  –  Lesedauer: 

Berlin ‐ 84 Prozent der Weltbevölkerung gehören einer Religion an. Das Auswärtige Amt erkennt darin ein großes "Friedenspotenzial", das diplomatisch genutzt werden soll. Deswegen will es bei einem Treffen die Beziehungen zu den Religionen ausbauen.

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Ein Jahr nach seiner Gründung will das im Auswärtigen Amt angesiedelte Referat "Religion und Außenpolitik" die Kontakte zu Religionsvertretern vertiefen. Es gehe nicht um einen Dialog der Religionen, sondern darum, das "Friedenspotenzial" der Religionen für die gesellschaftliche Entwicklung nutzbar zu machen, sagte Andreas Görgen, Leiter der Abteilung für Kultur und Kommunikation des Auswärtigen Amts, am Montag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Berlin. Religionen spielten eine wichtige Rolle "für die Erziehung von Menschen zum Frieden und zur Versöhnung".

Das Referat "Religion und Außenpolitik" wurde am 1. August 2018 eingerichtet. Angesiedelt ist es in der von Görgen geleiteten Abteilung. Vorläufer war ein Arbeitsstab namens "Friedensverantwortung der Religionen". Derzeit unterstützen die sechs Mitarbeiter des Referats unter anderem die Vorbereitungen zur zehnten Weltversammlung der Organisation "Religions for Peace". Zu dem Treffen vom 19. bis 23. August werden rund 900 Religionsvertreter aus etwa 100 Ländern in Lindau am Bodensee erwartet. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier soll das Treffen eröffnen.

Es geht nicht nur um Krieg und Frieden

Nach den Worten von Pater Nikodemus Schnabel soll es bei diesen und anderen Veranstaltungen nicht nur um Fragen von Krieg und Frieden, sondern auch um sozialen Zusammenhalt, Menschenrechte, Klimawandel oder um den Umweltschutz gehen. "84 Prozent der Menschheit bekennen sich zu einer Religion. Wer so großen Einfluss hat, hat Verantwortung - und über diese Verantwortung wollen wir ins Gespräch kommen!"

Schnabel lebt und arbeitet normalerweise in der Dormitio-Abtei der Benediktiner in Jerusalem. Derzeit hat er jedoch eine einjährige Sabbatzeit eingelegt, da er zuvor von 2016 bis 2018 als Prior-Administrator die Abtei geleitet hatte. Die Auszeit verbringt er in Berlin im Auswärtigen Amt als Berater der Abteilung für Kultur und Kommunikation im Referat "Religion und Außenpolitik" in Berlin. (rom/KNA)