Die lutherische Theologin und "Lutherbotschafterin" Margot Käßmann bei einer Talkshow.
Massenproduktion habe Folgen für den Klimawandel

Käßmann plädiert für Fleisch nur an Sonntagen

Als Kind habe es in ihrer Familie nur sonntags Fleisch gegeben. Margot Käßmann findet es in Ordnung, wenn dieser Grundsatz auch heutzutage wieder gelte. Doch für einen bedachten Konsum seien nicht allein die Verbraucher verantwortlich.

Berlin - 11.08.2019

Die evangelische Theologin Margot Käßmann plädiert für einen bedachten Fleischkonsum. "Wir sehen doch, wie sehr die Fleischproduktion unsere Umwelt belastet", schreibt Käßmann in der "Bild am Sonntag". Es würden deswegen immer mehr Wälder für den Anbau von Futterpflanzen abgeholzt, und die Emissionen aus der Massentierhaltung verschärften den Klimawandel. "Die Politik muss es endlich schaffen, artgerechte Tierhaltung durchzusetzen", forderte die frühere Bischöfin.

Die Verbraucher müssten laut Käßmann sehen, dass "billig" nicht das einzige Kriterium beim Einkauf sein könne. "Der Handel hat die Verantwortung auszuweisen, woher Fleisch kommt", so die frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

"Fleisch ist wertvoll!"

Als Kind habe es in ihrer Familie nur sonntags Fleisch gegeben. Es sei für sie völlig in Ordnung, wenn wieder gelte: "Fleisch ist wertvoll! Das gibt es am Sonntag und sonst nur zu ganz besonderen Gelegenheiten", sagte Käßmann.

Käßmann war von 1999 bis 2010 Landesbischöfin der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers und von 2009 bis 2010 EKD-Ratsvorsitzende. Inzwischen ist sie vor allem aus Autorin und Publizistin tätig. (mal/KNA)