Stephan Ackermann, Bischof von Trier, am 26. September 2017 in Fulda.
Wichtig sei Transparenz

Bischof Ackermann für stärkere Kontrolle von Macht

An sich ist Macht nichts Schlechtes, sagt der Trierer Oberhirte Stephan Ackermann. Wichtig sei aber vor allem Transparenz. Er äußert sich auch zu Frauenweihen und Pfarreifusionen in seiner Diözese.

Trier - 11.09.2019

Der Trierer Bischof Stephan Ackermann hat sich für eine stärkere Machtkontrolle ausgesprochen. Es sei wichtig, die Ausübung von Macht transparent zu machen und Rechenschaft zu geben, sagte Ackermann dem "Trierischen Volksfreund" (Mittwoch). Auch die Kirche müsse vor allem auf den oberen Ebenen weiter daran arbeiten, mehr Kollegialität und Transparenz zu schaffen.

Macht sei aber grundsätzlich nichts Schlechtes und ermögliche Gestaltung, so der Bischof weiter. Problematisch seien jedoch undurchsichtige Machtstrukturen. "Wo Macht intransparent ist, ist die Versuchung da, sie zu missbrauchen", sagte Ackermann. Das könne auf physischer, sexueller oder finanzieller Ebene sein.

Diskussion noch nicht beendet

Zur Frage einer Priesterweihe für Frauen in der katholischen Kirche sagte Ackermann, die Diskussion sei noch nicht beendet. Es sei wichtig, dass Frauen Leitungsfunktionen ausübten und "mehr auf Augenhöhe kommen, wenn es um Verantwortung in der Kirche geht". Hier seien aber "vor der Frage nach dem Amt" viele Möglichkeiten noch nicht ausgeschöpft.

In einem weiteren Interview mit dem Saarländischen Rundfunk verteidigte Ackermann die geplante Strukturreform im Bistum Trier. Er verstehe Ängste, Widerstände und Fragen, sagte der Bischof. In einer solchen Umbruchzeit sei das relativ normal. Die Kirche befinde sich aber auch ohne die Reform in einer dramatischen Veränderung. Das Bistum suche das Gespräch mit Kritikern und versuche, auf Bedenken einzugehen.

Nach den Plänen der Bistumsleitung sollen die bestehenden 887 Pfarreien bis 2022 zu 35 Großpfarreien zusammengelegt werden. In einer ersten Stufe werden ab Januar 2020 zunächst 13 "Pfarreien der Zukunft" errichtet, die jeweils eine Kirchengemeinde mit gemeinsamer Vermögensverwaltung bilden. Die Reformpläne gehen auf eine Diözesansynode zurück, die von 2013 bis 2016 stattfand. (KNA)