Sant'Egidio fordert mehr Hilfe für Obdachlose
Zwei Kältetote in kurzer Zeit

Sant'Egidio fordert mehr Hilfe für Obdachlose

Nachdem zwei Obdachlose erfroren sind, fordert die Gemeinschaft Sant'Egidio mehr Einsatz für Menschen ohne eine Wohnung. Jeder könne etwas tun – und das Problem sei nicht nur das fehlende Obdach allein.

Rom - 31.12.2019

Nach dem mutmaßlichen Kältetod zweier Männer in Italien hat die katholische Gemeinschaft Sant'Egidio mehr Schutz für Obdachlose angemahnt. Die Hilfsorganisation rief Städte und Bürger auf, Wohnungslose vor dem Erfrieren zu bewahren: "Angesichts der Toten darf nicht weggesehen werden. Die Leute erfrieren nicht nur, sie sterben auch an Einsamkeit und Gleichgültigkeit", heißt es in einer Mitteilung von Sant'Egidio zum Jahresende (Montagabend).

Jeder könne etwas tun - etwa anhalten und fragen, ob Menschen Hilfe brauchten, Obdachlosen Decken und warme Kleidung bringen oder bei Notfällen Hilfsorganisationen wie etwa Sant'Egidio informieren.

Zwei Obdachlose umgekommen

In Rom und Verona waren jüngst Obdachlose mit Verdacht auf Erfrierung gefunden worden. Am Montag war ein etwa 60-jähriger Mann auf einem Supermarktparkplatz in einem römischen Vorort entdeckt worden; bereits am Sonntag war ein 45-jähriger Nigerianer in einem Park in Verona gestorben.

In Italien sind laut der Tageszeitung "Avvenire" (Dienstag) mehr als 51.000 Menschen obdachlos. 80 Prozent von ihnen sind Männer und mehr als die Hälfte Ausländer, wie das Blatt unter Berufung auf eine Auswertung von Daten des italienischen Statistikamts ISTAT berichtete. (KNA)