Zwei Jahre nach der Aufdeckung des Skandals

Weitere Rückzahlungen im Finanzskandal des Bistums Eichstätt

Aktualisiert am 07.01.2020  –  Lesedauer: 

Eichstätt ‐ Vor zwei Jahren taumelte das Bistum Eichstätt in einen Finanzskandal. Jetzt hat die bayerische Diözese in Sachen Schadensbegrenzung zumindest einen weiteren finanziellen Teilerfolg erzielt.

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Das Bistum Eichstätt hat bei der Schadensbegrenzung im Finanzskandal einen weiteren Teilerfolg verbucht. Es erhielt vergangenes Jahr 4,3 Millionen US-Dollar - umgerechnet gut 3,8 Millionen Euro - zurück. Die Bistumspressestelle bestätigte am Dienstag auf Anfrage einen entsprechenden Bericht des Ingolstädter "Donaukuriers". Dabei handele es sich um Rückzahlungen fälliger Darlehen aus den USA. Zudem gebe es eine außergerichtliche Einigung mit einem der zwei betroffenen Immobilien-Entwickler. Zwar seien noch Formalien abzuhandeln, aber man erwarte von ihm im laufenden Halbjahr eine weitere Rückzahlung von nochmals 4,3 Millionen Dollar.

Insgesamt habe man nun rund zwölf Millionen Dollar an Darlehen zurückbekommen, hieß es weiter. Offen seien jetzt noch Zahlungen von etwa 48 Millionen Dollar. Die Bistumspressestelle fügte an, man harre der Dinge, was die laufenden Ermittlungen der Staatsanwaltschaft betreffe.

Ermittlungen seit Juli 2017

Die auf Wirtschaftskriminalität spezialisierte Staatsanwaltschaft München II ermittelt seit Juli 2017 in den Fall. Mittlerweile sei auch der frühere Finanzdirektor des Bistums unter den insgesamt fünf Beschuldigten, wie die Behörde auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) erklärte. Ursprünglich wurden nur dessen früherem Stellvertreter und einem seiner Geschäftspartner in den USA unter anderem Untreue und Bestechung vorgeworfen. Sie saßen beide mehrere Monate in Untersuchungshaft.

Bereits im Februar 2019 hatten Anwälte des Bistums in einem Prüfbericht den früheren Finanzchef als einen der Hauptverantwortlichen benannt. Damit korrigierten die Juristen die ursprüngliche Darstellung zu Beginn des Finanzskandals Anfang 2018, wonach der Geistliche bei hochriskanten Immobiliendarlehen in den USA getäuscht worden sein soll. Das Bistum hat zwischen 2014 und 2016 Rücklagen in Höhe von fast 60 Millionen Dollar dort investiert.

Informationen per Rechtshilfe aus den USA

Der frühere Finanzdirektor habe vielmehr gewusst, dass für die Kredite größtenteils keine Sicherheiten hinterlegt gewesen seien. Er habe auch eingeräumt, wenigstens 30 Millionen Euro aus dem Bistumsvermögen für diese Anlagen genehmigt zu haben. Damit habe der Geistliche seine "Pflichten gröblichst verletzt". Zudem habe er schon vor dem Finanzskandal durch die Gründung einer Gesellschaft zum Betrieb von Frachtschiffen fünf Millionen Euro abschreiben müssen.

Die Staatsanwaltschaft bestätigte zudem eine Aussage im "Donaukurier", dass sich die Ermittlungen unter anderem auch deshalb so lange hinzögen, da wichtige Informationen per Rechtshilfe in den USA angefordert werden müssten. Außerdem habe eine andere Staatsanwältin Anfang 2019 den Fall übernommnen. Bischof Gregor Maria Hanke hatte den Finanzskandal Anfang 2018 publik gemacht. Bei einer von ihm veranlassten Überprüfung der Vermögensverwaltung der Diözese unter Einschaltung externer Experten war das fragwürdige Gebaren ans Licht gekommen. Die Diözese zeigte ihren damaligen stellvertretenden Finanzdirektor an. Als direkte Folge aus dem Skandal hat sie ihre Anlagerichtlinien überarbeitet. (KNA)