Münster spricht als erstes deutsches Bistum von Absage der Osterfeiern
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Alle Feiern von Palmsonntag bis Ostermontag sollen entfallen

Münster spricht als erstes deutsches Bistum von Absage der Osterfeiern

Die meisten deutschen Diözesen haben inzwischen ihre Gottesdienste wochenlang ausgesetzt. Doch keine schloss bislang das Osterfest namentlich mit ein. Das tut nun das Bistum Münster. Es sei hinsichtlich der Corona-Pandemie bis dato mit keiner grundsätzlich veränderten Situation zu rechnen, hieß es.

Münster - 16.03.2020

Als erstes deutsches Bistum plant die Diözese Münster, auch alle Osterfeierlichkeiten abzusagen. Da hinsichtlich der Corona-Epidemie mit keiner grundsätzlich veränderten Situation zu rechnen sei, würden voraussichtlich alle Feiern, Gottesdienste, Prozessionen und sonstige Veranstaltungen von Palmsonntag bis Ostermontag entfallen, teilte das Bistum am Montag in Münster mit. Das betreffe auch die traditionellen Osterfeuer. "Wir sind zu einer großen Solidarität herausgefordert, die bedeutet, dass wir einander Nähe zeigen, indem wir Distanz halten", schreibt Bischof Felix Genn in einem zugehörigen Hirtenwort.

Die Diözese hatte am Samstag öffentliche Gottesdienste untersagt. Firmungen und Erstkommunionfeiern, die bis 19. April geplant sind, sollen verschoben werden, wie es nun hieß. Auch Taufen und Trauungen sollen möglichst zu einem anderen Zeitpunkt stattfinden. Beerdigungen werden nur noch im kleinen Kreis durchgeführt. Die Kirchen im Bistum sollen laut Mitteilung als Orte des Gebets offen bleiben. Genn werde jeden Sonntag eine Messfeier ohne Kirchenvolk im Sankt-Paulus-Dom feiern, die per Internet übertragen werde. Das Bistum rief seine Seelsorger auf, kreativ geistliche Angebote zu entwickeln und diese etwa online zu veröffentlichen. Sie sollten zudem Hilfsangebote zum Beispiel für Menschen in Quarantäne aufbauen.

Mittlerweile haben zahlreiche deutsche Bistümer sämtliche öffentlichen Gottesdienste ausgesetzt. Am Montagnachmittag gaben auch die Diözesen Rottenburg-Stuttgart, Eichstätt, Würzburg, Passau, Aachen und das Erzbistum Bamberg entsprechende Maßnahmen bekannt; bei letzterem sind ebenfalls namentlich die Feierlichkeiten in der Karwoche und an Ostern genannt. Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) veröffentlichte am Montag ein Themendossier zum Umgang der katholischen Kirche in Deutschland mit dem Coronavirus, in dem Informationen und Maßnahmen aus allen 27 Diözesen zusammengefasst sind. Ebenso findet der Nutzer Hinweise auf Gottesdienstangebote im Internet und Gebetsvorschläge des Deutschen Liturgischen Instituts sowie Empfehlungen zur Vermeidung einer Ansteckung mit dem Coronavirus. Ausdrücklich weist die DBK darauf hin, dass die jeweiligen Bistümer und Erzbistümer die Verantwortung für die Maßnahmen tragen. (tmg/KNA)

16.3., 16:20 Uhr: Ergänzt um Informationen zu Rottenburg, Eichstätt und Bamberg. 16:45 Uhr: Ergänzt um Bistum Würzburg. 17.3., 9:30 Uhr: Präzisiert und aktualisiert um Passau und Aachen.