Jesuit: Kosten der Corona-Krise mit Vermögensabgabe finanzieren
"Starke Schultern können mehr leisten als andere"

Jesuit: Kosten der Corona-Krise mit Vermögensabgabe finanzieren

Wie sollen die finanziellen Folgen der Corona-Krise aufgefangen werden? Der Jesuit Jörg Alt bringt eine Vermögensabgabe der reichsten Bevölkerungsschicht ins Spiel. Diese Maßnahme habe schon einmal in der deutschen Geschichte geholfen.

Nürnberg - 05.04.2020

Der Nürnberger Jesuit Jörg Alt hat Vorschläge einer Vermögensabgabe zur Bewältigung der Kosten der Corona-Krise begrüßt. "Es muss das Prinzip gelten: Starke Schultern können mehr leisten als andere", sagte Alt am Sonntag im Gespräch mit der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Der Pater hat sich im Auftrag der Jesuitenmission mit dem Thema Steuergerechtigkeit befasst. Es gelte nun, aus den Fehlern bei der Finanzkrise zu lernen. Deren Lasten seien ungleich verteilt gewesen, indem sie allen Steuerzahlern gleichermaßen auferlegt worden seien.

Jesuiten-Pater Jörg Alt hat in seinem neuen Buch "Wir verschenken Milliarden" Schwachstellen und Defizite des deutschen Steuersystems untersucht.

Jesuiten-Pater Jörg Alt.

Die Idee einer Vermögensabgabe sei zudem nicht neu. Schon nach dem Zweiten Weltkrieg habe sie dazu gedient, Geld für die Bewältigung der Flüchtlingskrise zu generieren, durch das so genannte Lastenausgleichsgesetz. Eine solche Sonderabgabe werde in Krisenzeiten auch eher akzeptiert. "Umso wichtiger ist es, dass es jetzt geschieht."

Konkret stellt sich der Jesuit eine Heranziehung des obersten und reichsten Prozents der Bevölkerung vor. Bezugsgröße sollen vorhandene private und betriebliche Vermögen sein, die Leistung solle über Jahre streckbar sein, um niemanden zu überfordern. "Man könnte mit diesem Instrument 70 bis 100 Milliarden Euro einsammeln." (KNA)