Priesterkragen auf einem Tisch
Afrikanischer Priester bekommt im Sommer neue Aufgabe im Bistum Speyer

Pfarrer verlässt Gemeinde nach Morddrohung und Übergriffen

Einbrüche, zerstochene Autoreifen, eine Morddrohung durch Unbekannte: Nach mehreren Übergriffen verlässt ein Priester im Bistum Speyer seine Gemeinde. Die Angriffe machten es unmöglich, ein normales Gemeindeleben zu führen, sagt der Betroffene.

Kaiserslautern/Speyer - 17.04.2020

Nach mehreren Übergriffen und einer Morddrohung hat das Bistum Speyer einen nigerianischen Priester aus einer Pfarrei in der Nähe von Kaiserslautern abgezogen. "Sorge für Schutz und Gesundheit macht diesen Schritt unumgänglich", erklärte Generalvikar Andreas Sturm am Freitag. Asomugha werde die Pfarrei bis Montag verlassen. Dies hätten Pfarrer und Bistum gemeinsam beschlossen. "Es wäre unverantwortlich, Pfarrer Asomugha weiterhin der Bedrohung auszusetzen“, so Sturm.

Patrick Asomugha arbeitete in Queidersbach. Seit Mitte 2019 habe es Anfeindungen gegen ihn gegeben. Das Bistum berichtete von zwei Einbrüchen ins Pfarrhaus, die mit erheblicher Sachbeschädigung verbunden gewesen seien. Im Herbst seien die Reifen des Autos zerstochen worden, im März hinterließen Unbekannte demnach eine Morddrohung. Ermittlungen der Polizei dauern dem Bistum zufolge aber an.

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"Ich kann unter diesen Umständen meinen Aufgaben als Pfarrer in Queidersbach nicht mehr nachkommen", sagte Asomugha. "Die Angriffe gegen meine Person machen es nahezu unmöglich, in Queidersbach ein normales Gemeindeleben zu führen." Asomugha, der die Pfarrei seit 2017 geleitet hatte, soll im Laufe des Sommers eine neue Aufgabe im Bistum Speyer übernehmen. Der Pfarrer hatte in den vergangenen Monaten immer wieder zur Versöhnung aufgerufen. Im Oktober gab es in Queidersbach einen Solidaritätsgottesdienst, bei dem rund 600 Menschen ein Zeichen gegen Rassismus setzten.

Mit Erschrecken reagierte der Diözesanvorstand des Bundes der deutschen katholischen Jugend (BDKJ) Speyer auf den Rückzug Asomughas. Offenbar seien die Bedrohungen "sehr massiv", heißt es in einer Stellungnahme des Verbands. Weitere Informationen legten nahe, dass es sich um rassistisch motivierte Taten handele. "Der Diözesanvorstand ist entsetzt, wenn Menschen auf Grund ihrer Hautfarbe, Herkunft oder sonstigen Eigenschaften aus Angst ihre berufliche Tätigkeit nicht mehr ausüben können oder ihre Stelle verlassen müssen", heißt es weiter. "Wenn das in unserem kirchlichen Kontext geschieht, schämen wir uns zutiefst. Jede Form von psychischer und physischer Gewalt gegen Menschen verurteilen wir." Ihr Mitgefühl und ihre Solidarität gelte Pfarrer Asomugha, seinen Angehörigen und allein in der Pfarrei Queidersbach, "die unter diesen Vorgängen mitleiden". (cbr/KNA/epd)