Weiter Hoffnung auf Rückkehr von entführten Erzbischöfen
Gesellschaft für bedrohte Völker erinnert an ihr Schicksal

Weiter Hoffnung auf Rückkehr von entführten Erzbischöfen

Zum siebten Mal jährt sich in dieser Woche die Entführung zweier syrischer Bischöfe. Noch immer sind sie verschollen und viele Beobachter glauben nicht daran, dass sie noch am Leben sein können. Alle wollen die Hoffnung aber nicht aufgeben.

Aleppo/Göttingen - 20.04.2020

Sieben Jahre nach ihrer Entführung hofft die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) weiterhin auf eine Rückkehr von zwei Erzbischöfen aus Aleppo. "Die meisten Beobachter gehen davon aus, dass der Erzbischof der syrisch-orthodoxen Kirche, Mor Gregorius Yohanna Ibrahim, und der Erzbischof der griechisch-orthodoxen Kirche, Boulos Yazigi nach so langer Zeit nicht mehr am Leben sein können", sagte GfbV-Nahostexperte Kamal Sido laut einer Pressemitteilung am Montag. "Dennoch wollen wir die Hoffnung nicht verlieren, dass sie bald nach Aleppo zurückkehren, um sich am Wiederaufbau des politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Lebens zu beteiligen." 

Am 22. April 2013 waren die Erzbischöfe Ibrahim und Yazigi, die beide ihren Sitz in Aleppo haben, auf der Fahrt von der syrisch-türkischen Grenze in Richtung Aleppo von Unbekannten entführt worden. Sie waren auf dem Weg zu einem angeblichen Treffen, um über die Freilassung eines von Islamisten entführten Priesters zu verhandeln. Der Fahrer der Erzbischöfe, ein Diakon, wurde bei dem Überfall erschossen. Ihr Schicksal ist bis heute unklar. Bisher hat sich laut GfbV niemand zu der Tat bekannt.  

Auch die Deutsche Bischofskonferenz hat bereits mehrfach an das Schicksal der Entführten erinnert und die Entführer öffentlich aufgefordert, sie freizulassen. "Ich rufe die Entführer eindringlich auf, inmitten des sinnlosen Blutvergießens in Syrien ein Zeichen der Mitmenschlichkeit zu setzen", sagte der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Ludwig Schicketwa 2017. 

Die beiden entführten Bischöfe wurden 2014 außerdem mit dem Weimarer Menschenrechtspreis ausgezeichnet. Damit wurde ihr Einsatz als Vermittler, Botschafter und Kämpfer für die Menschenrechte im anhaltenden Bürgerkrieg gewürdigt. (cbr)