Nach Corona-Fall: Weitere Gottesdienste in Vorpommern abgesagt
Ein Priester in Stralsund hatte sich mit Covid-19 infiziert

Nach Corona-Fall: Weitere Gottesdienste in Vorpommern abgesagt

Im Erzbistum Berlin fallen weitere Gottesdienste aus. Grund dafür ist die Corona-Infektion eines Pfarrers an der Ostsee. Jetzt haben einige Pfarreien ihre Gottesdienste abgesagt und Gläubige aufgefordert, sich bei den Gesundheitsämtern zu melden.

Stralsund - 07.06.2020

Nach der Corona-Infektion eines Priesters in der Stralsunder Großpfarrei St. Bernhard haben nun weitere katholische Pfarreien in Vorpommern ihre geplanten Gottesdienste bis auf Weiteres abgesagt. Dies betreffe die Gemeinden St. Otto in Greifswald, Mariä Himmelfahrt in Hoppenwalde und St. Otto in Pasewalk, wie das Erzbistum Berlin am Samstagabend mitteilte. Es sei mittlerweile nicht mehr auszuschließen, dass auch bei der Verabschiedung eines Pfarrers am Pfingstmontag in Stralsund infizierte Personen – hauptamtliche wie weitere Gottesdienstbesucher – anwesend gewesen seien. Alle an dem Gottesdienst beteiligten Geistlichen hätten sich freiwillig in Quarantäne begeben.

Das Heft des Handelns liege bei den Gesundheitsämtern, die mit den Verantwortlichen vor Ort eng zusammenarbeiten und deren Anweisungen man Folge leiste, so das Erzbistum. Weiterhin gelte uneingeschränkt das Schutzkonzept für das Erzbistum Berlin. Die Pfarreien in Vorpommern forderten den Angaben zufolge alle Menschen auf, die in Sorge sind, ob sie sich infiziert haben, sich selbst zu isolieren, Kontakte zu vermeiden und sich insbesondere beim Gesundheitsamt zu melden.

Am Freitag war bekannt geworden, dass in der Pfarrei St. Bernhard ein Priester positiv auf Covid-19 getestet wurde. Gläubige, die an Pfingsten Gottesdienste in der Gemeinde besucht hatten, wurden aufgerufen, sich bei den Gesundheitsämtern zu melden. Der NDR meldete, dass der Landkreis Vorpommern-Rügen bislang für rund 350 Personen eine häusliche Isolation verfügt habe. Es handele sich um Gläubige, die einen der vier Gottesdienste der Pfarrei an Pfingsten besucht hätten. Die Gemeinde selbst hat zunächst alle weiteren Gottesdienste bis einschließlich 12. Juni abgesagt. St. Bernhard ist die flächengrößte Pfarrei Deutschlands. Ihr Gebiet erstreckt sich von Kap Arkona an der Nordspitze der Insel Rügen über Stralsund, Grimmen und Demmin bis kurz vor Neubrandenburg. (stz)