Trotz Ruhestandsalter von 75 weiter Gottesdienstpräfekt

Kardinal Sarah: Freue mich, weiter in der Kongregation zu arbeiten

Aktualisiert am 18.06.2020  –  Lesedauer: 
Kardinal Robert Sarah
Bild: © KNA

Vatikanstadt ‐ Kardinal Robert Sarah gilt als einer der höchstrangigen Kritiker von Papst Franziskus – dennoch ist er immer noch im Amt. Mit seinem 75. Geburtstag hat er nun das Rentenalter erreicht – bleibt aber anscheinend Chef der Gottesdienstkongregation.

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Der Kurienkardinal Robert Sarah deutet eine Verlängerung seiner Amtszeit über den 75. Geburtstag hinaus an. In einem am Mittwoch veröffentlichten Tweet dankte er für die Glückwünsche, die ihn erreicht hatten, und schreibt weiter: "Ich für meinen Teil freue mich, meine Arbeit in der Gottesdienstkongregation fortzusetzen." Sarah schließt seinen Tweet mit der Aufforderung, stets für den Papst zu beten.

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Sarah erreichte am Montag die Altersgrenze von 75 Jahren, bei der Bischöfe gehalten sind, dem Papst ihren Rücktritt anzubieten. Sarah wurde 2014 von Papst Franziskus zum Präfekten ernannt. Die Statuten der Kurie sehen eine Ernennung auf jeweils fünf Jahre vor, die reguläre Amtszeit war demnach bereits im November 2019 ausgelaufen. Eine Bestätigung durch den Vatikan liegt bisher noch nicht vor. Das Ruhestandsalter und die Amtszeitbegrenzung wurden in der Vergangenheit von Papst Franziskus bei einigen Personalien flexibel gehandhabt.

Der Kardinal gilt unter anderem aufgrund seines Einsatzes für ein traditionelles Liturgieverständnis als Kritiker von Papst Franziskus. Seine Veröffentlichung einer Schrift zum Zölibat wurde als Kritik an Papst Franziskus' Kurs im Nachgang zur Amazonas-Synode interpretiert. Während der Papst den Kardinal trotz unterschiedlicher Positionen zur Zukunft der Liturgie im Amt lässt, hat er bei anderen Personalentscheidungen für die Gottesdienstkongregation eher Mitarbeiter eingesetzt, die seine Linie teilen, so etwa den Sekretär der Kongregation, den britischen Erzbischof Arthur Roche, der den zweithöchsten Rang in der Kongregation innehat und wesentliche Teile des Tagesgeschäfts verantworten soll. Laut Beobachtern arbeitet Franziskus eher mit Roche zusammen als mit Sarah. (fxn)