Papst Franziskus ruft zu Geduld mit Widerständen in der Kirche auf
Frieden in Kirche und Welt

Papst Franziskus ruft zu Geduld mit Widerständen in der Kirche auf

Widerständen in der Kirche müsse man eine "von Barmherzigkeit gemilderte Gerechtigkeit" entgegensetzen, findet Papst Franziskus. Gegen Skandale solle man also nicht vorgehen, sondern sie ertragen – als Teil der christlichen Berufung.

Vatikanstadt - 19.07.2020

Papst Franziskus hat zu Geduld mit Widerständen in der Kirche aufgerufen. Der Teufel versuche mit boshaften Akteuren, "die Skandale säen", das Heilswerk zu durchkreuzen und das Reich Gottes zu behindern, sagte der Papst am Sonntag beim Mittagsgebet auf dem Petersplatz. Statt gegen solche Personen vorzugehen, müsse man Geduld haben und auf eine "von Barmherzigkeit gemilderte Gerechtigkeit" setzen. "Das Ertragen von Verfolgungen und Feindseligkeiten gehört zur christlichen Berufung", betonte Franziskus.

Der Papst mahnte, Jesus sei gekommen, die Sünder und Ungerechten zu suchen; auch das Handeln von Christen müsse darauf gerichtet sein, "die Bösen nicht zu beseitigen, sondern sie zu retten". Franziskus sagte: "Nicht der ist ein guter Mitarbeiter Gottes, der sich an die Jagd auf Grenzen und Fehler der anderen macht, sondern der das Gute zu sehen versteht, das leise auf dem Feld der Kirche und der Geschichte wächst, und es bis zur Reife pflegt."

Aufruf zur Waffenruhe

Weiterhin mahnte der Pontifex erneut eine sofortige globale Waffenruhe an. Die Corona-Pandemie mache keine Anstalten, zum Stillstand zu kommen. Besonders in Konfliktgebieten gelte es, die Voraussetzungen von Frieden und Sicherheit zu schaffen, um die nötige humanitäre Hilfe leisten zu können.

Besorgt äußerte sich der Papst über den sich zuspitzenden Auseinandersetzungen zwischen Armenien und Aserbaidschan. Er rief die Konfliktparteien auf, mit Hilfe der internationalen Gemeinschaft und durch Dialog zu einer dauerhaften Friedenslösung zu finden; diese müsse das Wohl der Bevölkerungen im Blick haben. Franziskus sagte, er bete für die Familien, die durch die Kämpfe Angehörige verloren hätten. Armenische und aserbaidschanische Truppen liefern sich seit einer Woche Gefechte nördlich der Region Berg-Karabach. (cph/KNA)