Generalvikar des katholischen Militärbischofs geht in Rente

Wakenhut verabschiedet

Aktualisiert am 08.10.2013  –  Lesedauer: 
Bundeswehr

Berlin ‐ Prälat Walter Wakenhut (71) hat nach 13-jähriger Amtszeit seinen Dienst als Generalvikar des katholischen Militärbischofs und als Leiter des Katholischen Militärbischofsamts (KMBA) beendet. Zur Verabschiedung erinnerte der katholische Militärbischof Franz-Josef Overbeck am Dienstag in Berlin daran, dass Wakenhut den Wandel der Bundeswehr zu einer Einsatzarmee begleitet habe.

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Wakenhut habe auf seiner Position "mit enormer Kraft und Energie" gewirkt, betonte Overbeck. Ein Militärgeneralvikar habe einen besonderen Auftrag in der Pflege der Beziehungen zwischen Kirche und Staat und in der Wachsamkeit für das Leben der Kirche unter den Soldaten, so der Bischof. Wakenhut habe sich durch den Wandel der Bundeswehr neuen Herausforderungen der Militärseelsorge stellen müssen. "Was früher galt, dass die Soldaten kämpfen können sollten, um nicht kämpfen zu müssen, ist keine Wirklichkeit mehr. Zum Soldatenberuf heute gehört es, unter Umständen auch kämpfen zu müssen", so der Militärbischof. Die Auslandseinsätze konfrontierten die Soldatinnen und Soldaten oft sehr unmittelbar mit existenziellen Gefährdungen.

Der Einsatz von Soldaten diene heute vor allem der Verhinderung von Gewalt, der Abwendung humanitärer Katastrophen, der Prävention und im äußersten Fall auch der Herstellung von staatlicher Ordnung in Kriegs- und Bürgerkriegssituationen, sagte Overbeck, der auch Bischof von Essen ist, weiter. Daher bedürfe es "eines ethischen Gesamtkonzepts", zu dem die Kirche mit der Tradition ihrer Theologie, ihrer Denkgeschichte wie auch ihrer "wachen Gegenwärtigkeit" beitragen wolle und könne. Zugleich gehe es der Kirche darum, mit ihrer Seelsorge unter den Soldaten für "Unterstützung, Stärkung und Nähe" zu sorgen.

Bild: ©Nicole Cornauge / Bistum Essen

Essens Bischof Franz-Josef Overbeck zu Gast in der Düsseldorfer Staatskanzlei.

Über 20 Jahre in der Militärseelsorge

Walter Wakenhut, am 17. September 1942 in Burghausen geboren, und Priester des Bistums Passau, war seit dem 1. November 1989 hauptamtlich in der Militärseelsorge tätig. Zunächst arbeitete er an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg. 1991 wurde er im KMBA, damals noch in Bonn, Referatsleiter und stellvertretender Militärgeneralvikar. Der seinerzeitige Militärbischof Walter Mixa berief ihn zum 31. Oktober 2000 zu seinem Militärgeneralvikar und zum Leiter des KMBA. Mixas Nachfolger Overbeck bestätigte ihn 2011 in diesen Funktionen. In Wakenhuts Amtszeit fiel unter anderem die Schlussphase des KMBA-Umzugs von Bonn nach Berlin.

Nachfolger von Wakenhut wird der Regensburger Diözesanpriester Reinhold Bartmann (53). Bartmann ist seit 1993 in der Militärseelsorge tätig. Geboren am 18. Januar 1961 in Kemnath/Oberpfalz, leistete er nach dem Abitur den Grundwehrdienst und absolvierte als Zeitsoldat eine Ausbildung zum Reserveoffizier (1980-82). Nach einer Lehre zum Bankkaufmann studierte er Theologie in Regensburg und Innsbruck und wurde 1989 in Regensburg zum Priester geweiht. Zuletzt war er seit März 2001 Leitender Militärdekan München mit dem Dienstaufsichtsbereich Bayern und Baden-Württemberg. Seit 2009 war er zusätzlich stellvertretender Militärgeneralvikar und Vorsitzender des Verwaltungsrats der Katholischen Soldatenseelsorge.