Gotteshaus gewinnt internationalen Preis für sakrale Architektur

Auszeichnung: Erzbistum München hat "schönste moderne Kirche der Welt"

Aktualisiert am 08.10.2020  –  Lesedauer: 

Poing ‐ Wegen ihrer Form wird die Kirche Seliger Rupert Mayer in Poing auch "Sprungschanze Gottes" genannt. Jetzt hat das Gotteshaus einen internationalen Architekturpreis gewonnen – und das ist nicht die erste Auszeichnung.

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Die Pfarrkirche Seliger Rupert Mayer im oberbayerischen Poing (Landkreis Ebersberg) hat den internationalen Preis für sakrale Architektur gewonnen und ist damit aktuell die schönste moderne Kirche der Welt. Der von der italienischen Stiftung Frate Sole verliehene Preis ist mit 15.000 Euro dotiert, wie der "Münchner Merkur" am Mittwoch berichtete. Die Preisverleihung fand bereits am vergangenen Wochenende statt. Eingereicht wurden insgesamt 113 Projekte aus 33 Ländern.  

"Diese Auszeichnung gebührt allen, die mit dieser Kirche zu tun haben, dazu gehören auch der Auftraggeber und die Pfarrgemeinde", sagte Architekt Axel Frühauf laut Zeitungsbericht. Er nahm den Preis für die Kirche entgegen. Auch der Pfarrer Philipp Werner habe sich über die Auszeichnung gefreut, mahnte aber: "Es ist unsere Aufgabe, dass die Kirche nicht nur als architektonisches Bauwerk wahrgenommen wird, sondern dass Menschen darin Christus begegnen." 

Der internationale Preis für sakrale Architektur wird alle vier Jahre verliehen und gilt als weltweit höchste Auszeichnung für sakrale Bauten. Es gibt den Preis seit 1996. Auf dem zweiten Platz landete in diesem Jahr eine Kirche in Mexiko. 

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2019 erhielt die Kirche in Poing bereits den renommierten Architekturpreis "Große Nike" des Bundes Deutscher Architekten (BDA) – noch vor der Elbphilharmonie in Hamburg. Das neu errichtete Ensemble zeige "auf beispielhafte Weise", wie "mit den Mitteln der Architektur eine Art Überzeitlichkeit erzeugt werden kann", lobte die Jury damals. Zuvor hatte das Pfarrzentrum schon den Preis des BDA-Landesverbands Bayern in der Kategorie "Besondere Bauten" erhalten. 

Das Kirchenzentrum war in den Jahren 2015 bis 2018 nach einem Entwurf des Münchner Architekten Andreas Meck erbaut und im Juni 2018 vom Münchner Erzbischof Kardinal Reinhard Marx geweiht worden. Die "Sprungschanze Gottes", wie das Gotteshaus aufgrund seiner auffälligen Form genannt wird, ist einem Kristall nachgeahmt. Die Fassade ist mit 15.000 weißen, dreidimensionalen Kacheln bedeckt, die das Bauwerk in der Sonne strahlen lassen. Auf der 34 Meter hohen Spitze ist ein goldenes Kreuz mit Wetterhahn angebracht. (cbr)