Marco Luzzago im Portrait
Am Wochenende in Rom gewählt

Italiener Marco Luzzago wird neuer Leiter des Souveränen Malteserordens

Der Unternehmer aus dem norditalienischen Brescia ist seit 1975 Mitglied der Malteser. Er leitet den Orden zunächst für ein Jahr. Für seine Wahl waren trotz Corona-Krise über 40 Wahlberechtigte nach Rom gekommen.

Rom - 08.11.2020

Der Internationale Malteserorden hat einen neuen Leiter. Wie der Orden am Sonntag mitteilte, wählten die Delegierten des Großen Staatsrates den Italiener Marco Luzzago (70) zum Leutnant oder Statthalter des Großmeisters. Als solcher ist er Nachfolger des im April gestorbenen Großmeisters Giacomo della Torre und leitet den Orden zunächst für ein Jahr.

Luzzago stammt aus dem norditalienischen Brescia. Nach dem Studium der Medizin in Padua und Parma musste er die Leitung familieneigener Unternehmen übernehmen; seit 1975 ist er Mitglied des Malteserordens. Als Statthalter wird Luzzago den Orden, der sich seit 2018 in einem größerem Reformprozess befindet, zunächst bis Herbst 2021 leiten. Dann muss ein neuer Großmeister gewählt werden. Zudem soll dann eine neue Verfassung des Ordens beschlossen werden.

44 von 56 Stimmberechtigten waren nach Rom gekommen

Von den 56 stimmberechtigten Mitgliedern des Großen Staatsrats, unter ihnen zwei Frauen, waren 44 persönlich zur Wahl nach Rom angereist. Die übrigen waren nach Aussage einer Sprecherin durch Reisebeschränkungen oder gesundheitlich verhindert. Die Stimmabgabe musste laut Satzung persönlich erfolgen; ein Quorum gibt es nicht. Ordensangaben zufolge kamen die Wahlberechtigten aus Argentinien, Peru, den USA, dem Libanon, Frankreich, Schweden, Österreich, Deutschland, den Niederlanden, Spanien, Polen, Ungarn, der Tschechischen Republik, Schweiz und Italien.

Nach dem Tod dalla Torres Ende April hatte der Portugiese Ruy Goncalo do Valle Peixoto de Villas-Boas (80) den Orden übergangsweise geleitet. Der Souveräne Malteserorden ist politisch ein eigenes Völkerrechtssubjekt und unterhält diplomatische Beziehungen zu 110 Staaten, darunter Deutschland und Österreich.

Auch der Beauftragte des Papstes für den Malteserorden wechselte kürzlich: Bis zum Sommer war das noch Giovanni Angelo Becciu, der aber Ende September von allen Ämtern und Positionen zurückgetreten war. Anfang November hatte dann Papst Franziskus den designierten Kardinal Silvano Maria Tomasi (80) zum neuen Sondergesandten für den Malteserorden ernannt. (gho/KNA)