Eine Frau verlässt die Kreuzkirche in Bonn.
Auffällig besonders eine Altersgruppe

Massiver Anstieg der Kirchenaustritte in der Schweiz

Nicht nur in Deutschland erreichten die Kirchenaustrittszahlen 2019 einen neuen Höchstwert: Auch das Nachbarland Schweiz muss einen massiven Verlust an Gläubigen hinnehmen. Die neue Statistik zeigt dabei eine besonders auffällige Altersgruppe.

Zürich - 19.11.2020

Die Zahl der Kirchenaustritte in der Schweiz ist im vergangenen Jahr auf einen neuen Höchstwert gestiegen. Demnach traten 2019 dort 31.772 aus der katholischen Kirche aus, wie das Portal kath.ch (Donnerstag) unter Berufung auf das Schweizerische Pastoralsoziologische Institut (SPI) in Sankt Gallen berichtet. Dies sei etwa ein Viertel mehr als im Jahr davor (25.366).

Auffällig sei, dass mehr Menschen zwischen 51 und 65 Jahren der Kirche den Rücken kehrten, hieß es. 2019 waren demnach 24 Prozent der Ausgetretenen in dieser Altersgruppe. 2011 seien es 16 Prozent gewesen. Die meisten Austritte gab es den Angaben zufolge im Kanton Zürich (7.044), gefolgt vom Aargau (4.672) und Sankt Gallen (3.393). In der Deutschschweiz nahmen die Kirchenaustritte in allen Kantonen zu. Die Kantone Genf, Wallis, Neuenburg und Waadt verzeichneten hingegen kaum Austritte, so das SPI.

Auch die Kirchenaustrittszahlen in Deutschland waren 2019 so hoch wie nie zuvor. Insgesamt traten im vergangenen Jahr 272.771 Menschen aus der katholischen Kirche aus, wie aus der Kirchenstatistik der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) hervorgeht. Insgesamt sank die Zahl der Katholiken in Deutschland demnach sogar um über 400.000 Menschen. Somit betruig die Anzahl der Katholiken 2019 noch 22.600.371 (2018: 23.002.128). (tmg/KNA)