Auch Guss von zweitgrößter Kirchenglocke Deutschlands geplant

Mammutprojekt: Magdeburger Dom soll acht neue Glocken bekommen

Aktualisiert am 04.02.2021  –  Lesedauer: 

Magdeburg ‐ Es ist ein Mammutprojekt: In den kommenden Jahren soll der Magdeburger Dom acht neue Glocken und damit wieder ein vollwertiges Kathedralgeläut bekommen. Unter anderem soll für das Gotteshaus die zweitgrößte Glocke Deutschlands gegossen werden.

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Der Magdeburger Dom soll nach rund 400 Jahren wieder ein vollwertiges Kathedralgeläut erhalten. Dazu sollen die vier vorhandenen Glocken in den kommenden Jahren durch acht neue Glocken ergänzt werden, teilte die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) am Mittwoch in Magdeburg mit. Die kleinste der neuen Glocken soll den Angaben zufolge 440 Kilogramm wiegen, die größte 14 Tonnen. Sie wäre damit nach der Petersglocke im Kölner Dom – dem "Decke Pitter" – und gemeinsam mit der Kaiser-Ruprecht-Glocke in der Stiftskirche St. Ägidius in Neustadt an der Weinstraße die zweitgrößte Kirchenglocke Deutschlands.

Möglicherweise könnten noch in diesem Jahr die ersten drei Glocken für den Dom gegossen werden, so die EKM weiter. Finanziert werden sollten diese und alle anderen neuen Glocken durch Spenden und Fördermittel. Um diese einzuwerben wurde 2018 der Verein Domglocken Magdeburg gegründet. Nach dessen Angaben sind bislang 190.660 Euro an Spenden für das Projekt zusammengekommen. Allein die größte Glocke soll jedoch 357.000 Euro kosten.

Zahlreiche Glocken im Dreißigjährigen Krieg eingeschmolzen

Laut der EKM ist das derzeit dezimierte Geläut des Magdeburger Doms eine Folge des Dreißigjährigen Kriegs (1618-1648). Damals seien viele Glocken zur Herstellung von Kanonen eingeschmolzen worden. Dadurch sei vermutlich auch der Glockenbestand des Doms reduziert worden. Von den vier vorhandenen Glocken der Kathedrale stammen zwei aus der Zeit vor dem Dreißigjährigen Krieg, die beiden anderen wurden 1690 und 1702 gegossen.

Der Magdeburger Dom ist eine der bedeutendsten gotischen Kathedralen Deutschlands und das Wahrzeichen der sachsen-anhaltinischen Landeshauptstadt. Er wurde ab 1207 als Kathedrale für das damals existierende Erzbistum Magdeburg errichtet und 1363 geweiht. Das heute evangelische Gotteshaus mit seinen beiden rund 100 Meter hohen Türmen ist die Grabkirche von Kaiser Otto dem Großen. (stz)

Diese Namen sollen die Magdeburger Domglocken bekommen

Für die vier historischen und die acht zukünftigen Glocken am Magdeburger Dom wurde vom Gemeindekirchenrat der Domgemeinde ein einheitliches Namenskonzept beschlossen. Demnach sollen die Glocken folgende Namen erhalten:

  • Credamus (Glauben)
  • Hosanna (Loben)
  • Amemus (Lieben)
  • Apostolica (Vergeben)
  • Dominica (Hinschauen)
  • Cantemus (Singen)
  • Benedicamus (Segnen)
  • Queramur (Klagen)
  • Dubitemus (Zweifeln)
  • Resistemus (Widerstehen)
  • Speremus (Hoffen)
  • Orate (Beten)