Entwicklungen seien wichtig, aber immer vom Lehramt bestätigt worden

Bischof Oster: Bin sehr besorgt um Debattenkultur in der Kirche

Aktualisiert am 24.04.2021  –  Lesedauer: 
Der Passauer Bischof Stefan Oster im Gespräch.
Bild: © KNA

Passau ‐ Theologische Debatten seien wichtig, betont der Passauer Bischof Stefan Oster. Doch vielfach würden Entscheidungen des Lehramts nicht mehr akzeptiert, "wenn sie nicht so ausfallen wie gewünscht". Darin zeige sich der Kern der Krise in der Kirche.

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Der Passauer Bischof Stefan Oster ist nach eigenen Worten sehr besorgt über die "allgemeine Lage und die Debattenkultur" in der katholischen Kirche. Vielfach habe er den Eindruck, dass Entscheidungen des kirchlichen Lehramts bei bestimmten Themen nicht mehr akzeptiert würden, "wenn sie nicht so ausfallen wie gewünscht", sagte Oster der "Passauer Neuen Presse" (Wochenende). Darin zeige sich der eigentliche Kern der Krise.

Oster hatte in der vergangenen Woche einen Rassismus-Vorwurf der Tübinger Theologin Johanna Rahner kritisiert und damit eine Debatte über die Meinungs- und Pressefreiheit im kirchlichen Raum ausgelöst. In dem Interview sagte er weiter, auch in der Vergangenheit sei über Inhalte gestritten worden. Durch theologische Debatten habe es immer Entwicklungen in der Lehre gegeben, beispielsweise durch das letzte Konzil. Debatten und Entwicklungen seien wichtig, "aber dann auch immer wieder vom Lehramt entschieden oder bestätigt worden".

Die Frage sei: "Wie verstehen wir eigentlich Kirche? Und wie verstehen wir uns selbst als Gemeinschaft der Kirche?" Beim offiziellen Gebet des Synodalen Weges werde immerhin noch um Folgendes gebetet: "Gottes Geist möge unsere Treue zu Gott stärken und er 'erhalte uns in der Einheit mit unserem Papst und der ganzen Kirche'". Dafür bete er jeden Tag, so der Bischof von Passau. (KNA)