Die Abendsonne scheint auf den Bischofssitz und den Dom in Limburg.
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Neue Gerüchte zu Limburger Prüfbericht

Der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst und sein früherer Generalvikar Franz Kaspar sollen laut "Süddeutscher Zeitung" (SZ) Stiftungsgeld aus dem gemeinnützigen St. Georgswerk zweckentfremdet haben. Das Bistum Limburg erklärte dazu, man sei "dabei, den aktuellen Sachverhalt aufzuklären". Da es sich jedoch um ein laufendes Verfahren handele, könnten derzeit keine weitergehenden Auskünfte erteilt werden.

Limburg - 17.02.2014

Die Süddeutsche Zeitung hatte berichtet, mit dem Geld aus der Stiftung seien Rechnungen für den Bau des neuen Diözesanzentrums und Bischofssitzes bezahlt worden. Als Grund wurde genannt, dass nicht nach außen habe dringen sollen, dass das Bauvorhaben ein Vielfaches der zunächst öffentlich genannten fünf bis sechs Millionen Euro kosten würde. Das gehe aus dem Prüfbericht der kirchlichen Untersuchungskommission hervor, die die Bauvorgänge auf dem Limburger Domberg im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz untersucht.

Bistumssprecher: Prüfbericht bis Ende kommender Woche an Zollitsch

Einen Bericht des "Spiegel" , nachdem der Bericht möglicherweise schon am Mittwoch an den Papst übermittelt werden soll, wies der Sprecher Deutschen Bischofskonferenz, Matthias Kopp, am Montag zurück. Auch Bistumssprecher Stephan Schnelle sagte: "Der Bericht der Prüfkommission wird bis Ende nächster Woche dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz vorgelegt". Darüber hinaus sei zusammen mit der Glausbenskongregation im Vatikan "für die kommenden Wochen ein Prozedere zur Einsichtnahme und Diskussion des Berichts vereinbart, das allen Interessen fair Rechnung tragen soll", erklärten beide Sprecher.

Kontakt zwischen Genn und Tebartz-van Elst?

Die Süddeutsche Zeitung berichtete weiterhin, Münsters Bischof Felix Genn habe an Weihnachten Tebartz-van Elst an seinem Rückzugsort im bayerischen Kloster Metten besucht und vergeblich versucht, ihn zum freiwilligen Amtsverzicht zu bewegen. Tebartz-van Elst stammt aus dem Bistum Münster. Genn ist nicht nur Mitglied der Bischofskongregation in Rom, die den Papst in seinen Personalentscheidungen berät, sondern auch gut mit dem Vorsitzenden der Kongregation bekannt, dem kanadischen Kurienkardinal Marc Ouellet.

Großaufnahme von Tebartz-van Elst während des Kreuzfestes im September 2013 in Königstein.
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Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst.

Wie das Bistum Limburg mitteilte, wurde das St. Georgswerk 1948 mit der Aufgabe gegründet, den Wiederaufbau kirchlicher Gebäude und den Bau von Wohnraum zu unterstützen. Dem "SZ"-Bericht zufolge sollten die Erträge ursprünglich vor allem für bedürftige Familien mit vielen Kindern verwendet werden. Damals war jeder katholische Arbeitnehmer im Bistum Limburg aufgerufen, den Lohn einer Arbeitsstunde für das Georgswerk zu spenden. Sie ist heute nicht mehr aktiv.

Die Süddeutsche Zeitung schreibt, treibende Kraft bei allen finanziellen Transaktionen sei der damalige Generalvikar Franz Kaspar gewesen. Alle entscheidenden Dokumente trügen aber auch die Unterschrift des Bischofs.

Der Prüfbericht insgesamt, so die SZ, belaste den Bischof zwar, enthalte aber wohl keine Ergebnisse, die ihn vor ein weltliches Gericht bringen könnten. Auch in Bewertungen und in der Antwort auf die Frage, ob Tebartz-van Elst als Bischof nach Limburg zurückkehren sollte, halte der Bericht sich zurück.

Bistum: An Mutmaßungen nicht beteiligen

Der unter Vorsitz des Paderborner Weihbischofs Manfred Grothe erstellte Bericht gilt als wichtiger Schritt im Blick auf den weiteren Einsatz des Limburger Bischofs. Franz-Peter Tebartz-van Elst steht unter anderem wegen der Kosten des Bischofshauses von mindestens 31 Millionen Euro in der Kritik. Der Bischof hält sich derzeit aufgrund einer Entscheidung des Papstes für unbestimmte Zeit außerhalb seines Bistums auf. (gho/dpa/KNA)