Links im Bild eine große Mauer, rechts der Limburger Dom.
Das Bistum Limburg legt sein Vermögen offen

Volle Transparenz herstellen

Das Bistum Limburg wird noch vor der Sommerpause im Juli sein Vermögen und die finanziellen Verpflichtungen der Diözese offenlegen. Den Entschluss haben mehrere diözesane Gremien gemeinsam gefasst, teilte das Bistum am Freitag mit. Die Aufarbeitung des Jahresabschlusses 2013 brauche aber noch Zeit; hier sei eine Veröffentlichung in der zweiten Jahreshälfte 2014 geplant, heißt es in der Mitteilung.

Limburg/Bonn - 21.03.2014

Den Entschluss zur Offenlegung der Finanzen haben Verwaltungskammer, der diözesane Vermögensverwaltungsrat sowie das Domkapitel gefasst, erklärte das Bistum. Der Diözesankirchensteuerrat habe über das Thema ebenfalls ausführlich beraten und dem Vorgehen zugestimmt.

"Mit dieser Entscheidung geht das Bistum Limburg nach der bereits erfolgten Veröffentlichung des Budgets und der Verwendung der Kirchensteuer einen weiteren wichtigen Schritt auf dem Weg zur größtmöglichen Transparenz in finanziellen Angelegenheiten", erklärte Gordon Sobbeck, Finanzdezernent des Bistum Limburg. Mit der vollständigen Offenlegung ihrer Finanzen folgt die Diözese dem Vorbild mehrerer deutscher Bistümer, die in Folge der deutschlandweiten Diskussion über die Baukostenexplosion des Diözesanen Zentrums im Bistum ihre Vermögen veröffentlicht hatten.

Im Dauerfokus der Öffentlichkeit

Mit der Veröffentlichung des Vermögens der Diözese wird auch das Vermögen des Bischöflichen Stuhls und des Domkapitels offengelegt. Das Limburger Domkapitel wird sein Vermögen gemeinsam mit dem des Bistums veröffentlichen; in der Aufarbeitung der Finanz- und Vermögenssituation des Bischöflichen Stuhls zeichne sich aber eine Verzögerung ab. Für die Erstellung des Jahresabschlusses 2013 werde noch mehr Zeit benötigt, sagte Sobbeck. Eine Veröffentlichung werde jedoch in der zweiten Jahreshälfte 2014 erfolgen.

Das Bistum Limburg steht seit Monaten im Fokus der Öffentlichkeit: Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst war vergangenes Jahr wegen der Explosion der Baukosten für das Bischofshaus auf dem Limburger Domberg in die Kritik geraten. Sie werden derzeit auf mehr als 31 Millionen Euro beziffert. Eine von der Deutschen Bischofskonferenz eingesetzte Prüfkommission hatte einen Bericht verfasst, der nun Papst Franziskus vorliegt. Tebartz-van Elst hält sich auf Anweisung von Franziskus derzeit nicht in Limburg auf. Eine Entscheidung zu seiner Zukunft steht noch aus.

Von Sophia Michalzik

Dossier: Tiefer Fall

Mit Vorfreude hießen die Limburger Katholiken im Jahr 2008 Franz-Peter Tebartz-van Elst als neuen Bischof willkommen. Mittlerweile wünschen sich nicht wenige, er würde seinen Rücktritt einreichen. Es ist eine hitzige Debatte um seinen Führungsstil und die Kosten für das Diözesane Zentrum in Limburg entbrannt. Katholisch.de dokumentiert alle wichtigen Etappen des Konflikts.