Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer
Besonders Katholizismus sei gegen politische Instrumentalisierung gefeit

Voderholzer: Christlicher Glaube beugt Rassismus und Nationalismus vor

Kann ein Christ Vorurteile gegen Menschen mit schwarzer Hautfarbe haben? Für Bischof Rudolf Voderholzer ist das unvorstellbar, denn der Regensburger Oberhirte sieht im Glauben das beste Mittel zur Vorbeugung von Rassismus und Nationalismus.

Würzburg - 14.07.2021

Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer hat den christlichen Glauben als bestes Mittel zur Vorbeugung von Rassismus und Nationalismus bezeichnet. Dies gelte besonders für den katholischen Glauben, der wegen seiner "Internationalität gegenüber aller nationalistischen Vereinnahmung und politischen Instrumentalisierung am meisten gefeit ist", schrieb Voderholzer in einem Beitrag für die "Tagespost", teilte die Zeitung am Dienstag mit. Er sehe eine bleibende Aufgabe darin, die gemeinsamen Wurzeln im Glauben zu suchen und zu pflegen.

Der christliche Glaube biete "nicht nur die Kraft zur Versöhnung angesichts einer von Unverständnis, Misstrauen und Schuld überschatteten Geschichte", so Voderholzer weiter. Er stelle zudem "die Grundlage für Völkerverständigung und Frieden in einem Europa der Regionen auf der Grundlage der Religion des Kreuzes" dar. "Übersteigerten Nationalismus, der seit dem frühen 19. Jahrhundert ganz Europa infizierte", bezeichnete der Bischof als "verhängnisvolle Weichenstellung".

Der Nationalismus habe bereits bestehende Differenzen und Spannungen, etwa zwischen Deutschen und Tschechen in Böhmen, verhärtet und "in Feindseligkeit und völliges gegenseitiges Unverständnis und Misstrauen" umschlagen lassen. Dass auch die gemeinsame Zugehörigkeit zur Kirche und die gemeinsame Volksfrömmigkeit die Versuchung zum Nationalismus nicht aufhalten konnten, beschäftige ihn sehr, so Voderholzer. (rom)