Administrator Steinhäuser: Habe ziemlich viel "Schiss" vor Aufgabe
Weihbischof wolle "Initialzündung" für Veränderungen in Köln versuchen

Administrator Steinhäuser: Habe ziemlich viel "Schiss" vor Aufgabe

Heute beginnt die Amtszeit des Apostolischen Administrators im Erzbistum Köln. Weihbischof Rolf Steinhäuser weiß, dass diese Zeit zu kurz für echte Veränderungen ist. "So etwas wie eine Initialzündung" dafür möchte er aber trotzdem versuchen.

Köln - 12.10.2021

Der Apostolische Administrator des Erzbistums Köln, Weihbischof Rolf Steinhäuser, hat großen Respekt vor der vorübergehenden Leitung der Erzdiözese, die er seit Dienstag ausübt. "Als Rheinländer würde ich sagen, da habe ich ziemlich viel 'Schiss'", sagte Steinhäuser am Montag in einem auf der Internetseite des Erzbistums veröffentlichten Interview. Er sei jedoch ein Mensch "mit Grundzuversicht und Vertrauen", weshalb er positiv auf die vor ihm liegenden viereinhalb Monate an der Spitze der Erzdiözese blicke.

Er habe den Auftrag, "so etwas wie eine Initialzündung" hin zu Veränderungen im Erzbistum Köln zu versuchen, sagte Steinhäuser weiter. Die Zeit als Administrator bis zur Rückkehr Kardinal Rainer Maria Woelkis Anfang März sei für umfassende Veränderungen aber zu knapp. "Prozesse brauchen, gerade wenn es um viele Beteiligte geht, eine andere Länge." Die Überwindung der Vertrauenskrise in Köln sei auf ein gutes Miteinander angewiesen, so der Weihbischof. "Das heißt, ich hoffe, dass Menschen Erfahrungen mit mir machen, die ihnen wenigstens ein anfanghaftes Vertrauen ermöglichen." Er werde während seiner Amtszeit viele Gespräche mit den Gremien des Erzbistums und den Gläubigen führen. Dabei sei es vor allem wichtig, zuzuhören, wie die aktuelle Situation erlebt werde.

Dekret veröffentlicht

Unterdessen veröffentlichte das Erzbistum Köln am Dienstag das vatikanische Dekret, mit dem Steinhäuser offiziell zum Apostolischen Administrator ernannt wurde. Seine Amtsdauer ist demnach bis einschließlich 1. März 2022 befristet. In dieser Zeit sind Steinhäuser alle Rechte, Aufgaben und Pflichten exklusiv übertragen, die von Rechts wegen dem Diözesanbischof zukommen.

Papst Franziskus hatte den Kölner Erzbischof Woelki nach einer vorausgegangenen Apostolischen Visitation im Amt belassen, ihm aber eine mehrmonatige Auszeit gewährt. Woelki hatte angekündigt, zunächst 30-tägige Exerzitien zu machen und sich anschließend in einigen Nachbarländern Deutschlands über deren Wege der Seelsorge informieren sowie sich für soziale Projekte einsetzen zu wollen. (rom)

12.10., 15:40 Uhr: Ergänzt um Dekret.