Botschaft zum Fest der Heiligen Familie

Papst macht Ehepaaren in Pandemie Mut: "Ihr seid nicht allein!"

Aktualisiert am 26.12.2021  –  Lesedauer: 

Vatikanstadt ‐ Zum Fest der Heiligen Familie spricht Papst Franziskus den Eheleuten in einem Brief Mut zu. Die Pandemie bringe für Familien zwar große Belastungen – aber sie könnten darauf vertrauen: Jesus ist mit im Boot und gibt Halt in stürmischen Zeiten.

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Inmitten der anhaltenden Corona-Pandemie hat Papst Franziskus Ehepaaren in aller Welt Mut zugesprochen. "Gott begleitet euch, er liebt euch bedingungslos, ihr seid nicht allein!", schrieb er in einem am Sonntag veröffentlichten Brief. Franziskus äußerte sich zum Fest der Heiligen Familie, das die katholische Kirche in diesem Jahr am 26. Dezember begeht. Ein weiterer Anlass war das der gleichnamigen Enzyklika gewidmete "Amoris-laetitia-Familienjahr".

"Die Berufung zur Ehe beinhaltet die Aufgabe, ein wankendes, aber aufgrund seiner sakramentalen Wirklichkeit dennoch sicheres Schiff auf einer manchmal rauen See zu steuern", so der Papst. Diese Herausforderung sei angesichts der aktuellen Unsicherheit noch größer. Gerade Familien würden auf eine harte Probe gestellt.

Umso mehr sollten Paare daran denken, "dass durch das Sakrament der Ehe Jesus in diesem Boot anwesend ist". Er sorge für Halt auch in stürmischen Zeiten. Darum sei es unerlässlich, sich gemeinsam an ihm zu orientieren. "Nur so werdet ihr in Frieden sein, Konflikte überwinden und Lösungen für viele eurer Probleme finden", betonte das Kirchenoberhaupt. "Nur wenn ihr euch den Händen des Herrn überlasst, werdet ihr in der Lage sein, das scheinbar Unmögliche zu leben."

Familiäre Probleme in Lockdowns verschärft

Franziskus erinnerte daran, dass die Familie "ein Ort des Willkommens und des Verständnisses" sein möge. Zugleich räumte er zunehmende Schwierigkeiten speziell in den Phasen der Lockdowns ein. Bereits bestehende Probleme hätten sich verschärft und zu Konflikten geführt, "die fast unerträglich wurden". Viele Beziehungen seien daran zerbrochen. "Auch diesen Menschen möchte ich meine Verbundenheit und Zuneigung ausdrücken", so der Papst. Trotz aller Unbill ermutigte er katholische Ehepaare zu mehr Engagement in Kirche und Gesellschaft: "Ihr habt den Auftrag, die Gesellschaft durch eure Präsenz in der Arbeitswelt zu verändern und dafür zu sorgen, dass die Bedürfnisse der Familien berücksichtigt werden." Zudem brauche es "Eheleute an der Seite der Seelsorger", vor allem in Sachen Familienpastoral.

Beim Angelusgebet am Sonntag bezeichnete Papst Franziskus den demografischen Wandel vor allem in Italien als ein "ernstes Problem" und eine "Tragödie". "Es scheint, dass viele den Wunsch nach Kindern verloren haben und viele Paare es vorziehen, ohne oder mit nur einem Kind zu bleiben", so das Kirchenoberhaupt. Diese Entwicklung bereite ihm "echte Sorgen", denn sie richte sich "gegen unsere Familien, gegen unsere Heimat und sogar gegen unsere Zukunft".

Das im März eröffnete "Amoris-laetitia-Jahr" wird federführend von der vatikanischen Familienbehörde organisiert. Vorgesehen ist eine ganze Reihe von Veranstaltungen und Projekten; sie sollen neue Impulse zur Umsetzung des Papstschreibens von Franziskus geben. Die Aktion endet beim Weltfamilientreffen mit dem Papst im Juni in Rom. (mfi/KNA)

26.12.21, 16:35 Uhr: Ergänzt um Äußerungen beim Angelusgebet.