Patenamt habe "seine ursprüngliche Bedeutung verloren"

Bischof: Keine Paten mehr bei Taufen und Firmungen

Aktualisiert am 04.01.2022  –  Lesedauer: 
Papst Franziskus tauft ein Kind in der Sixtinischen Kapelle am 10. Januar 2016.
Bild: © KNA

Mazara del Vallo/Rom ‐ Bei Tauf- und Firmfeiern gehören Paten in der Regel fest dazu, sie sollen den Getauften oder Gefirmten zur Seite stehen. Doch ein Bischof in Sizilien setzt nun die Benennung von Paten aus – und da ist er in der Region nicht der erste.

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In einer sizilianischen Diözese werden bis auf weiteres keine Paten mehr bei der Feier einer Taufe und Firmung zugelassen. Ein entsprechendes Dekret des Bischofs veröffentlichte das Bistum Mazara del Vallo auf seiner Internetseite. Das Patenamt habe "seine ursprüngliche Bedeutung verloren", schreibt Bischof Domenico Mogavero in dem Erlass.

Die allermeisten Paten beschränkten "sich auf eine rein formale Präsenz in der Liturgie, der keine Begleitung des Getauften und Gefirmten" bei dessen weiterem Lebensweg folge, so der Bischof. Täuflinge und Firmlinge sollen daher nur von ihren Eltern oder einer Person, welche die Sakramentenkatechese begleitet hat, zum Sakrament geführt werden. Das Verbot gilt zunächst bis Ende 2024. Dann soll es überdacht werden.

Verbot gilt bis Ende 2024

Die Diözese Mazara del Vallo ist nicht die erste in Italien, die aus diesen Gründen die Mitwirkung von Patinnen und Paten bei Tauf- und Firmfeiern unterbindet. Im vergangenen Jahr hatte bereits das Bistum Catania Tauf- und Firmpaten verboten. Vermutet wird, dass es auch um die Bekämpfung der Mafia geht.

Das katholische Kirchenrecht schreibt einen Paten für die Spendung der Taufe nicht verbindlich vor. Nur "soweit dies geschehen kann", soll ein Pate oder eine Patin bestimmt werden, um "mitzuhelfen, dass der Getaufte ein der Taufe entsprechendes christliches Leben führt" (c. 872 CIC). Im angrenzenden Bistum Acireale fährt man einen salomonischen Mittelweg: Hier sind Taufpaten weiterhin erlaubt, müssen allerdings ein Formular unterschreiben, dass sie gläubig sind und nicht Mitglied der Mafia. Die ersten Tauftouristen soll es bereits geben. Die Stadtgrenze zum Bistum Catania verläuft fließend. (cph/KNA)