Höchster Wert der zurückliegenden 20 Jahre

Zeitung meldet rasanten Anstieg von Kirchenaustritten in München

Aktualisiert am 19.01.2022  –  Lesedauer: 
Ein Hinweisschild in einer Behörde, auf dem "Kirchenaustritte" steht.
Bild: © KNA

München ‐ Nach Köln nun auch München: Dort sind laut einem Zeitungsbericht im vergangenen Jahr die Kirchenaustrittszahlen massiv angestiegen. Es werden auch Vermutungen angestellt, woran diese Entwicklung liegen könnte.

  • Teilen:

Die Zahl der Kirchenaustritte in München ist 2021 einem Zeitungsbericht zufolge rasant gestiegen. Wie der "Münchner Merkur" berichtet, verließen 22.232 Menschen die katholische oder evangelische Kirche, gut 8.700 mehr als im Vorjahr. Dies sei der höchste Wert der zurückliegenden 20 Jahre, heißt es unter Berufung auf Auskünfte des Münchner Kreisverwaltungsreferats. Im Jahr 2000 sei er noch knapp unter 9.000 gelegen. Die Austritte werden von der Stadtverwaltung nicht nach Konfessionen getrennt erfasst.

Der "Münchner Merkur" bringt die Austrittsentwicklung 2021 in einen Zusammenhang mit öffentlichen Diskussionen um den Münchner Erzbischof. Die beiden höchsten Monatswerte seien im April und im Juni erreicht worden. Das Blatt sieht darin eine Verbindung zu Veröffentlichungen über Vorwürfe gegen Kardinal Reinhard Marx bezüglich seines Umgangs mit Missbrauchsfällen in seiner Zeit als Bischof von Trier (2002 bis 2008) sowie seinem letztlich abgelehnten Rücktrittsgesuch an Papst Franziskus.

Ende 2020 gab es laut dem Bericht in München 454.547 Katholiken und 162.861 evangelische Christen. Dies entspricht bei einer Gesamtbevölkerung von 1,562 Millionen Einwohnern einem Anteil von 29,1 sowie 10,4 Prozent. Zuletzt hatten auch in Köln die Kirchenaustrittszahlen einen neuen Höchstwert erreicht. Für 2021 verzeichnete das Kölner Amtsgericht nach eigenen Angaben 19.340 Austritte. Das waren beinahe doppelt so viele wie im bisherigen Spitzenjahr 2019. (tmg/KNA)