Kirchenleitung sichert der Geistlichen Unterstützung zu

Nach Friedensgebeten: Pfarrerin erhält Todesdrohungen

Aktualisiert am 20.01.2022  –  Lesedauer: 

Bielefeld/Herne ‐ Eine evangelische Pfarrerin aus Herne hat nach Friedensgebeten im Kontext der Corona-Pandemie mehrfach Todesdrohungen erhalten. Von ihrer Landeskirche wurde ihr deshalb jetzt "umfängliche Unterstützung“ zugesichert.

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Die Kirchenleitung der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) hat einer jungen Pfarrerin aus Herne, die nach Friedensgebeten wiederholt Todesdrohungen erhalten hat, "umfängliche Unterstützung" zugesichert. Die Geistliche begleite in ihrer Gemeinde derzeit wöchentlich Friedensgebete zur Corona-Situation und habe "nach dem letzten Friedensgebet am vergangenen Samstag vor der Kreuzkirche in Herne zum wiederholten Mal eine Todesdrohung erhalten", teilte die EKvW am Donnerstag in Bielefeld mit. Schon zuvor seien ihr und ihrer Familie gegenüber Drohungen von Unbekannten übermittelt worden.

Die Friedensgebete werden laut EKvW von den Kirchen in Herne gemeinsam mit der Islamischen Gemeinde Röhlinghausen ausgerichtet. Man begrüße es sehr, dass die Gebete für "ein rücksichtsvolles, friedliches Miteinander in der schwierigen gesellschaftlichen Situation der Corona-Pandemie" einstünden. Am kommenden Samstag wollen den Angaben zufolge auch Vertreter der Kirchenleitung an dem Friedensgebet teilnehmen, das von der Herner Superintendentin Claudia Reifenberger gestaltet werde. Die betroffene Pfarrerin sagte dem WDR, dass sie an den öffentlichen Friedensgebeten festhalten werde.

Der katholische Vikar Christian Schmidtke bekundete am Donerstagabend ebenfalls seine Solidarität mit der betroffenen Pfarrerin. Eine anonyme Morddrohung sei wohl die perfideste und feigste Art, einer Person Angst und Schrecken zu machen. "Das verurteile ich zutiefst", so Schmidtke, der in der Herner Pfarrei St. Dionysius tätig ist. Aufgrund der jüngsten Morddrohung werde noch einmal deutlich, wie wichtig es sei, gemeinsam als Christen Werte wie Toleranz und Demokratie zu vertreten und zu bezeugen. "Auch durch Morddrohungen dieser Art werden wir als Christen in dieser Stadt nicht aufhören für diese Werte einzustehen", betonte der Geistliche. (stz)

21.01., 12:30 Uhr: Ergänzt um Stellungnahme von Schmidtke.