Erzbischöflicher Rat hielt Sondersitzung ab

Spitze des Erzbistums Köln blickt skeptisch auf Woelki-Rückkehr

Aktualisiert am 17.02.2022  –  Lesedauer: 

Köln ‐ Am Aschermittwoch will Kardinal Rainer Maria Woelki zurückkehren: Doch nun äußerte der Erzbischöfliche Rat und damit die gesamte Führungsspitze des Erzbistums Köln mehrheitlich ihre Bedenken zu dem Vorhaben.

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Die Führungsspitze des Erzbistums Köln blickt mehrheitlich skeptisch auf eine Rückkehr von Kardinal Rainer Maria Woelki. Der Erzbischöfliche Rat habe sich in einer Sondersitzung am Mittwochabend ausführlich mit der in etwa zwei Wochen endenden Auszeit des Erzbischofs befasst, erklärten Kirchenkreise am Donnerstag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Sie bestätigten somit einen Bericht des "Kölner Stadt-Anzeigers". Gegenüber katholisch.de betonte eine Sprecherin des Erzbistums, dass es keine Abstimmung gegeben habe. "Aber es wurde konstruktiv über die bevorstehende Rückkehr beraten und der Rat hat mehrheitlich seine Sorge über die schwierige Situation ausgedrückt, die da kommen könnte", so die Sprecherin weiter.

Laut Kommunikationsdirektor Christoph Hardt, der selbst an der Sitzung teilgenommen hat, ist "ein realistisches Bild der Lage im Erzbistum zur Sprache gekommen". Selbstverständlich sei auch die Sorge um die Zukunft der Kirche von Köln geäußert worden. Auch sei Skepsis laut geworden, dass eine Zukunft mit Kardinal Woelki an der Spitze "gedeihlich" gelingen könne. Umso wichtiger sei es, eine Atmosphäre der Achtung, Offenheit und des Vertrauens wiederherzustellen. Gerade deshalb sei man sich einig gewesen, keinerlei Votum für oder gegen die Rückkehr des Kardinals auszusprechen.

Nach Informationen der KNA haben die Teilnehmenden der Sitzung des rund 20 Mitglieder umfassenden Gremiums ihre Sorge über fehlendes Vertrauen in Woelki und seine mangelhafte Kommunikation geäußert. Einzelne Stimmen hätten für einen gemäßigten und offenen Umgang mit dem Erzbischof plädiert. Dem Erzbischöflichen Rat gehören die Weihbischöfe an, darunter der derzeitige Übergangsleiter Rolf Steinhäuser sowie Ansgar Puff. Weihbischof Dominikus Schwaderlapp befindet sich im Ausland und nahm an der Besprechung nicht teil. Weiter vertreten sind in dem Gremium Woelkis Generalvikar und aktuell als Delegat eingesetzter Markus Hofmann, der oberste Kirchenrichter, die Leiter von Priesterseminar und Diözesancaritasverband sowie die Hauptabteilungsleiter in der Bistumsverwaltung.

Weiterer öffentlicher Termin mit Woelki nach Rückkehr

Woelki befindet sich seit Oktober in einer mit dem Papst verabredeten Auszeit, um die Querelen um die Missbrauchaufarbeitung aufzuarbeiten. Franziskus hatte nach einer Untersuchung erklärt, der Kardinal habe "große Fehler" vor allem in der Kommunikation gemacht, aber keine Verbrechen vertuschen wollen. Bis zum Ende der Auszeit leitet Steinhäuser die mitgliederstärkste deutsche Diözese. Zuletzt hatten sich zwei NRW-Landespolitiker kritisch zu Woelkis Rückkehr geäußert. Auch der Vorsitzende des Diözesanrats der Katholiken im Erzbistum Köln, Tim Kurzbach, wiederholte seine Bedenken.

Unterdessen wurde ein weiterer öffentlicher Termin mit Woelki nach seiner Rückkehr bekannt gemacht. Er soll bei einer ökumenischen Andacht zum Beginn der Passionszeit predigen, wie die Evangelische Kirche im Rheinland (EKiR) am Donnerstag mitteilte. Neben Woelki wollen an dem Abendgottesdienst am 5. März in der Düsseldorfer Johanneskirche EKiR-Präses Thorsten Latzel, Düsseldorfs evangelischer Superintendent Heinrich Fucks, der katholische Stadtdechant Frank Heidkamp, Bischofsvikar Jovan Stanojevic von der Serbisch-Orthodoxen Kirche Düsseldorf sowie Pastor David Nwankpa von den Internationalen Gemeinden teilnehmen.

Der sonst übliche anschließende Empfang entfällt wegen der Corona-Pandemie. Bis zum 23. Februar sind Anmeldungen für den Gottesdienst unter www.ekir.de/passionsandacht2022 möglich. (tmg/fxn/KNA)

17.2., 13:15 Uhr: Ergänzt um Statement des Erzbistums im ersten Absatz. 14:35 Uhr: Ergänzt um ausführlicheres Statement des Erzbistums im zweiten Absatz.