Standpunkt

Im Ukraine-Krieg erfüllt die Kirche ihren ureigensten Grundauftrag

Aktualisiert am 15.03.2022  –  Lesedauer: 
Schachfigur
Bild: © Fotolia.com/Roma

Bonn ‐ Während des Krieges in der Ukraine wird gelebte Nächstenliebe in vielen Initiativen kirchlicher Akteure konkret, kommentiert Julia Martin. Das sei zwar selbstverständlich und zu erwarten, aber nicht minder wichtig herauszustellen.

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Im Angesicht des nun fast drei Wochen andauernden Krieges in der Ukraine erfüllt die Kirche ihren ureigensten Grundauftrag: die gelebte Nächstenliebe. Das ist zwar selbstverständlich und auch zurecht von der Institution Kirche zu erwarten, aber nicht minder wichtig herauszustellen. Denn dieser oftmals recht schwammige Ausdruck wird in den vielen Initiativen der Hilfswerke, Verbände und Bistümer gerade konkret.

Haupt- und Ehrenamtliche sind zu Koordination von Geld- und Sachspenden quasi im Dauereinsatz, Bistümer und Klöster stellen ihre Häuser für die Aufnahme von Geflüchteten zur Verfügung. Und damit ist es ja nicht getan. Vor Ort kümmern sich Verbände wie die Caritas um die ankommenden Menschen, auch um die psychische Betreuung. Ein Bericht aus meinem Heimatbistum Würzburg vom Freitag über einen Besuch von Bischof Franz Jung in das Haus Sankt Michael, wo 40 Frauen und Kinder angekommen sind, zeigt deutlich, wo und wie Kirche gerade ihren Dienst der Nächstenliebe tut.

Beeindruckende und deutliche Worte fand auch Papst Franziskus in seinem Angelusgebet am Sonntag: "In Gottes Namen bitte ich euch: Beendet dieses Massaker!" Ähnlich beeindruckend war das gemeinsame Mahnläuten der europäischen Kirchen eine Woche nach Kriegsbeginn. Oder die zahlreichen Friedensgebete in vielen Kirchen aller Bistümer.

Ja, natürlich gibt es derzeit auch mehr als genügend Themen und Probleme, denen sich die katholische Kirche – nicht nur in Deutschland – stellen muss und die zumindest auch an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben dürfen.

Doch viel erwähnens- und schreibenswerter scheint doch, dass in der derzeitigen Kriegssituation mit allen ihren Folgen die Kirche eben genau das tut, was man von ihr zu erwarten hat. In Taten und auch in Worten.

Von Julia Martin

Die Autorin

Julia Martin ist Pressesprecherin der Benediktinerabtei Münsterschwarzach.

Hinweis

Der Standpunkt spiegelt ausschließlich die Meinung der Autorin bzw. des Autors wider.