Czerny und Smerilli hatten Behörde kommissarisch geleitet

Papst bestätigt neue Leitung für Entwicklungsdikasterium

Aktualisiert am 23.04.2022  –  Lesedauer: 

Vatikanstadt ‐ Seit Anfang des Jahres hat das Dikasterium für die ganzheitliche Entwicklung des Menschen nur eine Interimsleitung. Das ändert sich nun: Der Papst hat eine neue Führung ernannt – und dabei auf bekannte Personen zurückgegriffen.

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Die vatikanische Entwicklungsbehörde hat eine neue Führung. Papst Franziskus ernannte am Samstag Kardinal Michael Czerny (75) zum Präfekten, die Ordensfrau Alessandra Smerilli (47) zur Sekretärin. Beide hatten die Behörde bereits seit Januar kommissarisch geleitet. Untersekretär des Dikasteriums wird Fabio Baggio (57).

Im Dikasterium für die ganzheitliche Entwicklung des Menschen stehen die Themen Bewahrung der Schöpfung, Migration und humanitäre Notsituationen im Vordergrund – darüber hinaus der Kampf gegen Menschenhandel und Sklaverei, Friedensförderung oder der Ausbau einer gerechten Gesundheitsversorgung. Die Behörde wurde 2017 gegründet und umfasst die früheren Aufgabengebiete der Päpstlichen Räte für Gerechtigkeit und Frieden, für Migranten und für Gesundheit. Ebenfalls integriert wurde der Rat "Cor unum".

Kardinal Czerny ist Migrationsexperte und Papstvertrauter

Die Leitung der damals neu geschaffenen Behörde hatte Kardinal Peter Turkson übernommen. Am 1. Januar hatte Franziskus dessen fünfjährige Amtszeit nicht verlängert. Medien hatten dazu berichtet, dass eine interne Untersuchung im Sommer 2021 gravierende Führungsmängel in der Behörde ergeben habe. Der aus Ghana stammenden Turkson selbst hatte erklärt, seine Amtszeit sei regulär auf fünf Jahre beschränkt und laufe aus.

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Der neue Chef, Kurienkardinal Michael Czerny, ist vatikanischer Migrationsexperte. Der Kanadier mit tschechoslowakischen Wurzeln war vor der kommissarischen Leitung bereits Untersekretär der Entwicklungsbehörde und führte dessen Migrationsabteilung. Er gilt als ein enger Vertrauter von Franziskus. Als Papstgesandter reiste er zuletzt mehrfach in das ukrainisch-slowakische und -ungarische Grenzgebiet, um die vom Krieg betroffenen Menschen dort zu unterstützen.

Alessandra Smerillis Ernennung zur Sekretärin der Behörde im vergangenen Herbst – wenn auch ad interim – war bereits historisch. Die Wirtschaftswissenschaftlerin ist die erste Frau, die ein solch wichtiges Amt bekleidet. Als Sekretärin ist sie Vize-Leiterin der Entwicklungsbehörde.

Neue Sekretäre für Glaubensbehörde

Ebenfalls am Samstag ernannte der Papst zwei neue Sekretäre für die vatikanische Glaubensbehörde. Der Theologe Armando Matteo (51) ist Sekretär der Sektion für die Glaubenslehre. Der Priester John Joseph Kennedy (53) wird Sekretär der Disziplinarabteilung. Der Italiener Matteo war bislang stellvertretender Untersekretär der Glaubenskongregation. Der Ire Kennedy leitete bisher das Büro der Behörde.

Erst kürzlich legte Franziskus Abteilungen der Behörde zusammen. Aus drei Sektionen wurden zwei: Die erste soll die katholische Glaubens- und Sittenlehre hüten und fördern. Die zweite Sektion ist für Disziplinarfragen zuständig, vor allem für Verfahren von mutmaßlichem Missbrauch durch Kleriker. Mit der Anfang Juni in Kraft tretenden Kurienreform wird aus der Glaubenskongregation das Dikasterium für die Glaubenslehre. Zudem soll die Päpstliche Kinderschutzkommission in der Behörde angesiedelt werden. Seit 2017 leitet der spanische Kurienkardinal Luis Ladaria (78) die Glaubensbehörde. (cbr/KNA)

23.04., 15 Uhr: Ergänzt um Ernennungen der Sekretäre für die Glaubensbehörde